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Medizin

Diabetes: Gute Blutzucker-, Blutdruck- und Blutfettwerte senken Risiko für frühen Tod und Herzinfarkt

Dienstag, 4. September 2018

/Jeanette Dietl, stock.adobe.com

Berlin/Göteborg – Halten Menschen mit Typ-2-Diabetes Blutdruck-, Blutfett-, Blutzucker- und Nierenwerte im Zielbereich und verzichten auf das Rauchen, liegt ihre Lebenserwartung auf nahezu demselben Niveau wie bei Menschen ohne Diabetes. Auch das Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall ist dann ähnlich. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher der University of Gothenburg in einer Kohortenstudie (NEJM 2018; doi: 10.1056/NEJMoa1800256).

Die repräsentative Studie aus Schweden zeige sehr deutlich, dass man mit einer chronischen Erkrankung gut und lange leben kann, wenn man sie im Griff hat und sich ihren Anforderungen stellt, sagt Dirk Müller-Wieland, Präsident der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG).

Die Autoren hatten die Daten von 271.174 Menschen mit Typ-2-Diabetes aus dem Schwedischen Nationalen Diabetes-Register über mehr als 5 Jahre ausgewertet und mit einer Kontrollgruppe von 1.355.870 Patienten ohne Diabetes verglichen. In ihrer Untersuchung fokussierten sie auf 5 klassische Risikofaktoren, die bei Typ-2-Diabetes zu kardiovaskulären Risiken und einem frühzeitigen Tod führen: erhöhte Blutzucker-, Blutfett- und Blutdruckwerte sowie schlechte Nierenwerte und Rauchen.

Die schwedischen Forscher kamen zu der Erkenntnis, dass Diabetiker, die alle Werte im Zielbereich hielten, ein nahezu identisches Sterberisiko und ein etwa gleiches kardiovaskuläres Risiko aufwiesen wie die Kontrollgruppe (Hazard Ratio: 1,06 bzw. 0,84). Mit jedem weiteren von den 5 untersuchten Werten, der sich im Zielbereich befand, reduzierte sich das Risiko für schweren Folgeerkrankungen und frühzeitigen Tod. „Interessant ist, dass ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel der höchste Risikofaktor für Schlaganfall und Herzinfarkt war“, kommentiert der DDG-Pressesprecher Baptist Gallwitz von der Eberhard-Karls-Universität Tübingen die Studienergebnisse.

Menschen mit Typ-2-Diabetes haben ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie einen frühzeitigen Tod im Vergleich zur Gesamtbevölkerung. Diabetes Typ 2 kann zu vielen Begleit- und Folgeerkrankungen führen und in der Folge das Sterberisiko erhöhen. Beispielsweise erleiden Betroffene etwa bis zu 4-mal häufiger Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Die DDG rät Menschen mit Typ-2-Diabetes, ihre Gesundheit und Lebenserwartung durch einen bewussten Lebensstil positiv zu beeinflussen. Politische Maßnahmen zur Verhältnisprävention wie die von der DDG geforderte „Gesunde Mehrwertsteuer“ oder „Zuckersteuer“ könnten zudem Betroffenen helfen, diese Ziele zu erreichen.

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© gie/idw/aerzteblatt.de

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