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Medizin

Schlaganfall verdoppelt Demenzrisiko

Dienstag, 4. September 2018

/dpa

Exeter/England – Patienten, die einen Schlaganfall erlitten haben, erkranken in der Folge deutlich häufiger als andere Menschen an einer Demenz. Dies geht aus einer aktualisierte Metaanalyse in Alzheimer's & Dementia (2018; doi: 10.1016/j.jalz.2018.06.3061) hervor.

Ein Schlaganfall führt zum Absterben von Hirnzellen. Wenn Regionen betroffen sind, die für die Speicherung oder Verarbeitung von Gedächtnisinhalten zuständig sind, kann es zu einer Demenz kommen. Eine frühere Metaanalyse war bereits zu dem Ergebnis gekommen, dass die Prävalenz einer Demenz von 10 % in der Zeit vor dem Schlaganfall auf 20 % erhöht ist. Nach einem 2. Schlaganfall entwickelte ein Drittel aller Patienten eine Demenz.

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Eine neue Metaanalyse, die Ilianna Lourida von der University of Exeter Medical School und Mitarbeiter jetzt vorstellen, bestätigt dies. Die Forscher haben die Ergebnisse aus 36 Studien mit 1,9 Millionen Teilnehmern ausgewertet, in denen die Patienten bereits vor Studienbeginn einen Schlaganfall erlitten hatten. In der Folge kam es bei den Schlaganfallpatienten zu 69 % häufiger zu einer Demenz (Hazard Ratio 1,69; 95-%-Konfidenzintervall 1,49 bis 1,92).

In einer 2. Analyse wurden die Daten von 1,3 Millionen Patienten ausgewertet, die zu Beginn der Studie noch keinen Schlaganfall erlitten hatten. Diejenigen, bei denen es später zu einem Schlaganfall gekommen war, erkrankten danach doppelt so häufig an einer Demenz als Patienten ohne Schlaganfall (Risk Ratio 2,18; 1,90–2,50).

Die Forscher konnten in ihrer Analyse andere Risikofaktoren wie eine arterielle Hypertonie, einen Typ-2-Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen berücksichtigen. Sie sind sich deshalb sicher, dass der Schlaganfall und der damit verbundene Untergang von Hirnzellen für die Demenz verantwortlich war. Sie betonen allerdings, dass nur eine Minderheit von Schlaganfallpatienten an einer Demenz erkrankt. Ob und wie die Demenz bei diesen Patienten verhindert werden könnte, ist unklar. © rme/aerzteblatt.de

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