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Politik

Nordrhein-Westfalen unterstützt Quereinstieg in die Allgemeinmedizin

Dienstag, 4. September 2018

/dpa

Düsseldorf – Ein Bündnis aus Politik, Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen), Ärztekammern und Krankenkassen in Nordrhein-Westfalen (NRW) will den Quereinstieg von Krankenhaus- und Fachärzten in die Allgemeinmedizin attraktiver gestalten.

Wie das Ge­sund­heits­mi­nis­terium in NRW mitteilte, können Quereinsteiger künftig ein bis zwei Jahre lang eine finanzielle Förderung von bis zu 9.000 Euro pro Monat erhalten. Diese wird je zur Hälfte von den KVen und den Krankenkassen finanziert. Profitieren von dem Programm sollen zunächst kleinere Kommunen mit bis zu 40.000 Einwohnern. Wird die Weiterbildung oder Qualifikation zum Hausarzt in einer Region absolviert, die schon heute unterversorgt oder von Unterversorgung bedroht ist, schießt das Land weitere 500 Euro monatlich hinzu.

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Mit der Förderung sollen insbesondere die finanziellen Einbußen ausgeglichen werden, die ein solcher Quereinstieg in der Regel während der Weiterbildungs- oder Erfahrungszeit gegenüber der Tätigkeit im Krankenhaus zur Folge hat. Das Angebot richtet sich vor allem an Allgemeininternisten, aber auch an Fachärzte für Anästhesiologie und Chirurgie. 

„Der Kampf gegen den Hausarztmangel ist eine der zentralen Herausforderungen unseres Gesundheitssystems“, sagte NRW-Ge­sund­heits­mi­nis­ter Karl-Josef Laumann (CDU). Darum treibe die Landesregierung eine Reihe von Maßnahmen voran – etwa die Gründung der Medizinischen Fakultät OWL in Bielefeld oder die Umsetzung der Landarztquote. „Es wird jedoch dauern, bis diese Maßnahmen wirken. Beim Quereinstieg sieht das anders aus: Damit können wir sehr kurzfristig zusätzliche Hausärzte gewinnen“, so Laumann.

„Die Kollegen, die sich für einen Quereinstieg entscheiden, werden mit ihrer fachlichen Expertise einen wertvollen Beitrag zur ambulanten Versorgung leisten. Zudem eröffnet ihnen die Niederlassung eine neue berufliche Perspektive, bei der wir sie gern begleiten und unterstützen“, sagte Frank Bergmann, Vorstandsvorsitzender der KV Nordrhein. Das Problem sei, dass seit Jahren weniger junge Hausärzte nachrückten als ältere Hausärzte ausscheiden, ergänzte Gerhard Nordmann, Erster Vorsitzender der KV Westfalen-Lippe. Zur Schließung dieser Lücke könnten die Quereinsteiger einen wichtigen Beitrag leisten.

Auch die Präsidenten der beiden Ärztekammern in NRW, Rudolf Henke und Theodor Windhorst, begrüßen die neue Förderung. Die Ärztekammern unterstützen diesen Weg nach eigenen Angaben durch Ansprache der Zielgruppe, die Vermittlung von geeigneten Weiterbildungsstätten sowie durch geeignete Qualifizierungsangebote. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #79783
Practicus
am Dienstag, 4. September 2018, 22:54

Früher

gab es den "praktischen Arzt", der sich die hausärztliche Tätigkeit durch "learning by doing" aneignete. Damals sind viele Ärzte, die der Krankenhaushierarchie entrinnen wollten oder mussten, nach jahrelanger ärztlicher Tätigkeit in die hausärztliche Versorgung geflüchtet, ohne die Gesundheit der ihnen anvertrauten Patienten zu gefährden. Dieser Weg wurd mutillig geschlossen, um die Qualität der hausärztlichen Versorgung zu verbessern. Das ist gelungen - aber niemand nimmt heute freiwillig eine allgemeinmedizinische Ausbildung auf, wenn er in der gleichen Zeit Organspezialist mit gleichem Lohn für weniger Arbeit und familienfreundliche Arbeitszeiten werden kann.
LNS

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