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Medizin

Vorhofflimmern nach TAVI erhöht Schlaganfallrisiko

Mittwoch, 5. September 2018

/YAOWARAT, stockadobecom

Durham, North Carolina – Patienten, die nach einem perkutanen Aortenklappenersatz (TAVI) ein Vorhofflimmern entwickeln, hatten in der Analyse eines US-Patienten­registers (JACC: Cardiovascular Interventions 2018; doi: 10.1016/j.jcin.2018.05.042) ein erhöhtes Risiko auf einen tödlichen Schlaganfall, vor allem wenn auf eine Antikoagulation verzichtet wurde.

Ein Vorhofflimmern ist offenbar eine häufige TAVI-Komplikation. Von den 13.356 Patienten, deren Daten dem „STS/ACC TVT“-Register gemeldet wurden, das gemeinsam von der US-Society of Thoracic Surgeons (STS) und dem American College of Cardiology (ACC) betrieben wird, entwickelten 1.138 Patienten (8,4 %) nach der Katheterbehandlung ein Vorhofflimmern. Die Inzidenz war nach einem nichttransfemoralen Zugang mit 16,5 % fast 4-mal so hoch wie nach einem transfemoralen Zugang, nach dem es bei 4,4 % der Patienten zu einem Vorhofflimmern kam.

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Die Patienten, die neu am Vorhofflimmern erkrankten, waren älter, häufiger weiblich und sie hatten einen höheren STS-Score (mit dem Herzchirurgen das Operationsrisiko ihrer Patienten abschätzen). Die Patienten hatten mit einem CHA2DS2-VASc-Score von im Durchschnitt 5 Punkten auch ein erhöhtes Risiko auf einen Schlaganfall. Dennoch wurde nur 28,9 % der Patienten bei der Entlassung zu einer oralen Antikoagulation geraten.

Amit Vora, ein interventioneller Kardiologe des Duke University Medical Centers in Durham/North Carolina führt die geringe Zahl von Verordnungen auf die in diesem Punkt unklaren Leitlinien zurück. Es sei nicht bekannt, wie die Patienten am besten vor einem Schlaganfall bewahrt werden könnten. Orale Antikoagulanzien schützen zwar vor einem ischämischen Schlaganfall, sie können aber auch einen hämorrhagischen Schlaganfall auslösen. Nutzen und Risiko der Antikoagulation müssen deshalb sorgfältig gegeneinander abgewogen werden.

Dass Patienten mit neu aufgetretenem Vorhofflimmern gefährdet sind, zeigte sich bereits in der Klinik. Die Mortalitätsrate im Krankenhaus war mit 7,8 % versus 3,4 % deutlich höher als bei Patienten, bei denen es nicht zum Vorhofflimmern kam. Laut Vora hatten die Patienten auch im ersten Jahr nach der Entlassung ein um 37 % erhöhtes Sterberisiko. Sie erlitten zu 50 % häufiger einen Schlaganfall und zu 24 % häufiger Blutungen.

Aufgrund des hohen Alters leiden viele Patienten bereits vor dem Aortenklappenersatz an einem Vorhofflimmern. Frühere Studien hatten gezeigt, dass ein vorbestehendes Vorhofflimmern das Komplikationsrisiko der Behandlung erhöht. © rme/aerzteblatt.de

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