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Medizin

Burnout des Arztes kann Sicherheit der Patienten gefährden

Mittwoch, 5. September 2018

/joyfotoliakid, stockadobecom

Manchester – Nur ein ausgeruhter und zufriedener Arzt kann seine volle Leistung erbringen. Unter einem Burnout leidet nach einer Metaanalyse in JAMA Internal Medicine (2018; doi: 10.1001/jamainternmed.2018.3713) nicht nur die Professionalität des Mediziners, sondern auch die Zufriedenheit und Sicherheit seiner Patienten.

Emotionale Erschöpfung, Depersonalisierung und eine reduzierte persönliche Leistungsfähigkeit, wenigstens eines dieser 3 nach der Sozialpsychologin Christina Maslach wesentlichen Dimensionen des Burnout-Syndroms kennen nach einer Umfrage von Medscape vom letzten Jahr die Hälfte aller US-Ärzte. Nicht allen ist klar, dass sie nicht nur sich selbst schaden (Depressionen sind eine häufige Folge des Burnout-Syndroms), sondern auch ihren Patienten.

Dabei sind die Ergebnisse der 47 Studien mit 42.473 Patienten, die Maria Panagioti von der Universität Manchester für ihre Metaanalyse ausgewählt hat, eindeutig. Alle 3 Dimensionen erhöhten die Zahl der Behandlungszwischenfälle („Safety incidents“). Für die emotionale Erschöpfung ermittelte Panagioti eine Odds Ratio von 1,73. Eine Depersonalisierung war mit einer Verdopplung der „Safety incidents“ (Odds Ratio 1,94) assoziiert. Eine reduzierte persönliche Leistungsfähigkeit stellte mit einer Odds Ratio von 1,49 ebenfalls ein Sicherheitsrisiko für den Patienten dar (alle Odds Ratios waren statistisch signifikant).

Den Patienten bleibt die Überforderung des Arztes selten verborgen. Vor allem die fehlende Empathie, die mit der Depersonalisierung (Odds Ratio 4,5) einhergeht, aber auch die emotionale Erschöpfung (Odds Ratio 2,35) und die reduzierte persönliche Leistungsfähigkeit (Odds Ratio 1,94) wirkten sich negativ auf die Zufriedenheit der Patienten aus.

Die Professionalität des Arztes, die sich durch fachliche Exzellenz, Verantwortungs­bewusstsein, Altruismus und Humanismus auszeichnet, leidet ebenfalls unter dem Burnout. Auch hier wirkte sich vor allem die Depersonalisierung (Odds Ratio 3,00) negativ aus. Emotionale Erschöpfung (Odds Ratio 2,71) und reduzierte persönliche Leistungsfähigkeit (Odds Ratio 2,49) könnten ebenfalls verhindern, dass der Arzt seinen eigenen und den Ansprüchen der Gesellschaft gerecht wird.

Der Arzt ist in der Regel der erste, dem das Problem bewusst ist. Denn die Assoziation zwischen „Safety incidents“ und fehlender Professionalität bestand vor allem in den Studien, die sich auf die Angaben des Arztes verließen. In der objektiven Analyse, etwa der Krankenakten, waren die Folgen der Burnouts auf die Professionalität (etwa die Einhaltung von Leitlinien) oder die Patientensicherheit kaum nachweisbar. © rme/aerzteblatt.de

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