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Medizin

Neue Klassifikations­kriterien für Lupus erythematodes

Freitag, 7. September 2018

Lupus-Patienten können unter ganz unterschiedlichen Symptomen leiden. Sie reichen von Hautveränderungen und Gelenkschmerzen bis hin zu lebens­bedrohlichen Entzündungen. /dpa

Berlin – Neue Kriterien zur Klassifikation für den systemischen Lupus erythematodes (SLE) sollen eine deutlich bessere Startbasis für klinische Studien liefern. Denn in den vergangenen 50 Jahren hat von 40 bis 50 getesteten Medikamenten nur eines eine Zulassung erhalten. Auch die Diagnose würde davon profitieren, erklärte Matthias Schneider vom Universitätsklinikum Düsseldorf im Vorfeld des Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh), der noch im September in Mannheim stattfindet.

Der systemische Lupus erythematodes (SLE) ist eine Autoimmunerkrankung, die in Deutschland etwa eine von 1.000 Frauen und einen von 10.000 Männern betrifft. Seine Symptome reichen von Hautveränderungen und Gelenkschmerzen bis hin zu lebens­bedrohlichen Entzündungen – beispielsweise von Nieren oder Gehirn.

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Die Vielfalt der möglichen Krankheits­erscheinungen des SLE macht es für Ärzte schwer, Patienten sicher und zügig zu erkennen. „Die Diagnose SLE kommt meistens zu spät und dann eher zu häufig, als zu selten“, sagte Schneider. Auch wenn sich die neuen Kriterien auf die Diagnose auswirken, würden das wahrscheinlich erst mal keinen merkbaren Unterschied für die Betroffenen machen, ist Schneider überzeugt.

„Die bisherigen Klassifikationskriterien für den SLE waren bereits gut, hatten aber in der Empfindlichkeit und Genauigkeit Schwächen“, ergänzt Martin Aringer, Leiter der Rheumatologie an der Medizinischen Klinik und Poliklinik am Universitätsklinikum der Technischen Universität Dresden. Bisher lag die Sensitivität der Klassifikation (SLICC) bei 97 % und die Spezifität bei 90 %. Eine Stichprobe von 1.000 Patienten und 500 Kontrollteilnehmern errechnete eine Sensitivität und Spezifität von mehr als 96 % auf Basis der neuen Kriterien. „Das ist eine immens hohe Genauigkeit“, so Schneider.

Die wesentlichen Änderungen

Drei entscheidende Änderungen der Klassifikationskriterien erleichtern es künftig, den SLE sicher zu erkennen. An erster Stelle steht nun ein Autoantikörpertest auf antinukleäre Antikörper (ANA). Fast alle SLE-Patienten haben positive ANA – allerdings trifft das auch auf viele andere Menschen zu. Darüber, ob es sich tatsächlich um SLE handelt, entscheiden weitere Kriterien, die nun neu gewichtet wurden: Eine über eine Gewebeprobe der Niere festgestellte Nierenentzündung wiegt nun schwerer als ein nicht erklärtes Fieber. Und zuletzt: Kriterien dürfen nur gezählt werden, wenn es dafür keine bessere Erklärung gibt.

Die neuen Klassifikationskriterien für Lupus-Patienten hat ein internationales Projektteam unter Leitung von Aringer entwickelt und beim internationalen Jahreskongress der European League Against Rheumatism (EULAR) in Amsterdam vorgestellt. Die DGRh begrüßt den Vorstoß ausdrücklich. © gie/EB/aerzteblatt.de

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