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Politik

Brustkrebs: Biomarkertest als Indikator für Chancen auf Chemotherapie­verzicht

Donnerstag, 6. September 2018

/Kwangmoo, stockadobecom

Köln – Der Test Oncotype DX kann Brustkrebspatientinnen identifizieren, die auf eine adjuvante systemische Chemotherapie verzichten können. Die klinische Relevanz des Verfahrens ist aber weiter unklar. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) in einem Addendum zu einem Abschlussbericht von Ende 2016.

Der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) prüft derzeit, welcher Nutzen und welches Schadenspotenzial mit der Anwendung von biomarkerbasierten Tests zur Unterstützung der Entscheidung für oder gegen eine adjuvante systemische Chemotherapie beim primären Mammakarzinom verbunden sind.

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Es geht um die Frage, ob Frauen, die aufgrund eines niedrigen bis intermediären Rückfallrisikos keine Chemotherapie benötigen, mithilfe von zusätzlichen biomarkerbasierten Tests besser zu identifizieren sind als mit den bisherigen Standarduntersuchungen.

Dabei handelt es sich um Frauen mit primärem hormonrezeptorpositivem, HER2/neu-negativem Mammakarzinom und null bis drei befallenen Lymphknoten. Als das IQWiG Ende 2016 seinen Abschlussbericht zu dieser Frage vorlegte, reichte die Datenlage nicht aus, um den Nutzen solcher Tests zu bewerten.

Da im Frühjahr 2018 maßgebliche Ergebnisse der großen Studie TAILORx veröffentlicht wurden, hat der G-BA das IQWiG mit deren Bewertung in Form eines Addendums zum Abschlussbericht beauftragt.

Das Institut kommt zu dem Ergebnis, dass der Test Frauen identifiziert, die auf eine Chemotherapie verzichten können. „Allerdings nahmen an der Studie nur Frauen ohne befallene Lymphknoten teil, es ist unklar, ob auch Frauen mit Lymphknotenbeteiligung einen Nutzen haben. Unsicher ist auch, ob die klinische Risikoeinschätzung der Versorgungspraxis in Deutschland entspricht. Und die Ergebnisse gelten nicht allgemein für eine biomarkerbasierte Entscheidungs­strategie, da in der Studie nur ein Test eingesetzt wurde“, schränkt das IQWiG ein.

Das nun ermittelte Bewertungsergebnis – ein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen – lasse sich daher nicht ohne Weiteres auf andere Biomarkertests übertragen. „Es wäre verfrüht, die klinische Risikoeinschätzung nun auf der Basis einer einzigen Studie generell für wertlos zu erklären und durch Biomarkertests zu ersetzen“, sagte Stefan Lange, stellvertretender Leiter des IQWiG. © hil/aerzteblatt.de

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