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Politik

Pflegebe­vollmächtigter will Personal­untergrenzen auch für Pflegeheime

Freitag, 7. September 2018

/dpa

Berlin – Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, hat feste Personaluntergrenzen auch für Pflegeheime gefordert. „Was für Kliniken gilt, muss auch für die stationäre Altenpflege gelten“, sagte Westerfellhaus dem Tagesspiegel. In den Heimen gebe es ebenfalls intensivst pflegebedürftige Menschen, die fachlich qualifiziertes Personal benötigten.

„Wer daran spart und meint, er könne sich mit Hilfskräften durchmogeln, riskiert die Gesundheit der ihm anvertrauten Menschen“, sagte der Staatssekretär im Ge­sund­heits­mi­nis­terium. Gleichzeitig drängt Westerfellhaus auf eine Ausweitung der festgelegten Personaluntergrenzen für bestimmte Klinikbereiche auf alle bettenführenden Abteilungen.

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Bisher hat Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) den Krankenhäusern nur eine Mindestquote für das Pflegepersonal in Intensivstationen, Geriatrie, Kardiologie und Unfallchirurgie verordnet. Die Vorgabe soll zum Jahreswechsel wirksam werden. Die Klinikbetreiber hatten heftig dagegen protestiert und vor der Schließung ganzer Abteilungen gewarnt.

Westerfellhaus bezeichnete die Personaluntergrenzen in den Kliniken als „ersten Schritt“ und „nicht das Ende der Fahnenstange“. Es sei „beschämend, dass es die Selbstverwaltung nicht geschafft hat, das selbst zu regeln“. Zudem kündigte der Pflegebevollmächtigte an, dafür sorgen zu wollen, „dass Verstöße gegen die Vorgaben auch mit Sanktionen belegt werden“. Die Untergrenzen seien „die dunkelroteste Linie, die man sich vorstellen kann“.

Das beurteilt auch die Pflegeexpertin der Grünen-Bundestagsfraktion, Kordula Schulz-Asche, so. „Der Pflegebevollmächtigte legt zurecht den Finger in die Wunde, wenn er Konsequenz bei den Mindestvorgaben in der Pflege fordert“, sagte sie heute. Die Einführung von Personaluntergrenzen in nur vier Krankenhausfachabteilungen sei eine Gefahr für die Architektur der gesamten Pflege.

Sie löse eine Sogwirkung aus, die Pflegefachkräfte aus anderen Krankenhausabteilungen und der Altenpflege abziehe. „Um überhaupt Wirkung zu entfalten, muss es Sanktionen geben, wenn Abteilungen die Mindestvorgaben nicht einhalten“, mahnte Schulz-Asche. © afp/may/aerzteblatt.de

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Avatar #79783
Practicus
am Sonntag, 9. September 2018, 17:06

Wie wäre es mit mehr Ehrlichkeit?

Die notwendigen Pflegefachkräfte sind einfach nicht da! In Zeiten, in denen jede*r Zweite Abi macht, ist eine noch dazu meist kostenpflichtige Ausbildung unattraktiv für die Menschen, die das machen sollen, von den Bedinungen gar nicht zu reden! In der Industrie verdienen angelernte Schichtarbeiter mehr als qualifizierte Alten- und Krankenpfleger*innen.
In D gibt es nur dann genügend Pflegekräfte, wenn die überflüssigen Krankenhausbetten endlich abgebaut werden. Alle OECD-Länder kommen mit deutlich weniger (1-2 Drittel) Krankenhausbeten aus, ohne das dort die Menschen kränker wären oder früher sterben. Die Pflegequalität bei uns wird doch über trickreiche Dokumentation nur vorgetäuscht, auf Knopfdruck erscheinen automatisch Angaben in der Doku, ohne dass die Leistungen erbracht wurden (bei Ärzten nennt man das Betrug).
LNS

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