NewsÄrzteschaftÄrztekammer Bremen beschließt ausschließliche Fernbehandlungen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Ärztekammer Bremen beschließt ausschließliche Fernbehandlungen

Freitag, 7. September 2018

/dpa

Bremen – In Bremen sind künftig „ausschließliche Fernbehandlungen“ erlaubt. Das hat die Delegiertenversammlung der Ärztekammer Bremen beschlossen und eine entsprechende Änderung der ärztlichen Berufsordnung des Landes eingeleitet. Mit ihrem einstimmigen Beschluss folgten die Bremer Delegierten dem Deutschen Ärztetag. Dieser hatte das geltende Verbot der ausschließlichen Fernbehandlung bereits im Mai gelockert und seine Musterberufsordnung entsprechend geändert.

Für Ärzte im Stadtstaat bedeutet dies, dass sie Patienten im Einzelfall nun ausschließlich auf digitalem Weg beraten und behandeln dürfen – vorausgesetzt, dies ist ärztlich vertretbar, die ärztliche Sorgfalt wird bei Befunderhebung, Aufklärung, Beratung und Behandlung sowie Dokumentation gewahrt und die Patienten werden über die Besonderheiten der ausschließlichen Beratung und Behandlung via Kommunikationsmedien aufgeklärt.

Anzeige

Trotz ihres einstimmigen Votums steht die Bremer Ärzteschaft „ausschließlichen Fernbehandlungen“ skeptisch gegenüber. Die Delegierten betonten, dass der persönliche Arzt-Patienten-Kontakt weiter unerlässlich bleibe und digitale Techniken die ärztliche Tätigkeit allenfalls unterstützen solle.

Zudem gelte es noch einige rechtliche Rahmenbedingungen zu Organisationsstrukturen, Berechtigungen und Qualifikationen zu prüfen. So sei aktuell beispielsweise noch unklar, inwieweit Ärzte per Fernbehandlung Arznei- und Hilfsmittel verordnen sowie Patienten krankschreiben dürfen. Aktuell prüft eine Arbeitsgruppe der Bundes­ärzte­kammer, welche Regelungen für eine Erlaubnis zur Fernbehandlung erforderlich sind.

© hil/sb/aerzteblatt.de
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #106067
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Samstag, 8. September 2018, 18:49

WER A SAGT MUSS AUCH B SAGEN

Wenn im Bundesland Bremen künftig auch „ausschließliche Fernbehandlungen“ erlaubt sein, dies die Delegierten der Ärztekammer Bremen beschlossen und entsprechende Änderungen der ärztlichen Berufsordnung des Landes eingeleitet haben sollen, muss diese Ärztekammer als Körperschaft Öffentlichen Rechts auch die Haftungsfrage klären.

Denn Missbrauch, aglistiger Täuschung, Irreführung, falscher Identitäten, Kausalitäten, Beschwerde- und Symptom-Beschreibungen, Falschabrechnung, Behandlungsfehlern und klinischen Fehleinschätzungen sind dann Tür und Tor geöffnet. Dies schlägt u. U. unmittelbar negativ auf die persönlichen Arzt-Patienten-Interaktion zurück.

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
LNS

Nachrichten zum Thema

1. Juli 2020
Berlin – Zur Verbesserung der Versorgungsqualität sollen künftig auch die Kassenärztlichen Vereinigungen wie auch die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) digitale Innovationen fördern und diese
KBV soll digitale Innovationen finanziell fördern können
1. Juli 2020
Berlin – Im Zusammenhang mit der Coronapandemie hat die Digitalisierung der Medizin in Deutschland einen „erheblichen Schub“ erfahren. Diese Zwischenbilanz der vergangenen Monate zog Klaus Reinhardt,
Bundesärztekammer erwartet weiteren Digitalisierungsschub
1. Juli 2020
Berlin – Die Coronakrise hat telemedizinische Anwendungen verstärkt in den Blick gerückt. Auch in der Suchttherapie gewinnen Möglichkeiten der kontaktlosen Behandlung zunehmend an Bedeutung, wenn auch
Suchtmedizin: Kontaktlos die Therapietreue erfassen
30. Juni 2020
Berlin – Die Gematik hat heute ein Dokumentenpaket mit Vorgaben zur Weiterentwicklung der Tele­ma­tik­infra­struk­tur (TI) veröffentlicht. Darin enthalten sind auch Spezifikationen für das elektronische
Gematik veröffentlicht Dokumentenpaket zum E-Rezept
29. Juni 2020
Berlin – Die Gematik hat den ersten Fachdienst für die Anwendung Kommunikation im Medizinwesen (KIM) zugelassen. Mittels KIM wird künftig der sektorenübergreifende Versand von Dokumenten wie
Erster KIM-Fachdienst zugelassen
26. Juni 2020
Berlin –In der kommenden Woche will der Deutsche Bundestag das Patientendatenschutzgesetz (PDSG) abschließend beraten. Darin werden unter anderem weitere Details zur Einführung der elektronischen
Digitalisierung: Neue Zugriffsrechte für Psychotherapeuten und den ÖGD
26. Juni 2020
Berlin – Sollen KI-Anwendungen ihren Platz im Gesundheitswesen finden, müssen sie bestimmte Kernanforderungen erfüllen. Die Gesellschaft für Versicherungswissenschaft und -gestaltung (GVG) hat dazu
LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER