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Ärzteschaft

Ver­tre­ter­ver­samm­lung der KV Thüringen gegen Ausweitung von Terminservicestellen

Montag, 10. September 2018

/ghazii, stockadobecom

Jena – Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Thüringen hat sich gegen die von Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) anvisierte Ausweitung der Termin­servicestellen gestellt. Spahns Gesetzentwurf benachteilige chronisch kranke Menschen und drohe nur, Verwirrung bei den Patienten zu stiften, kritisierte die KV-Ver­tre­ter­ver­samm­lung in Jena.

Die Ausweitung der Terminvermittlung bedeute den Beginn einer Fehlentwicklung, „die jedem telefonisch reklamierten akuten Behandlungsbedarf Vorrang vor der Behandlung chronisch Kranker einräumt“, heißt es in einer vom Parlament der niedergelassenen Ärzte beschlossenen Resolution.

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Die Servicestellen wurden 2016 als Reaktion auf von vielen gesetzlich Kranken­versicherten als zu lang empfundenen Wartezeiten auf Facharzttermine eingerichtet. Spahn hatte kürzlich einen Gesetzentwurf zur Erweiterung ihrer Aufgaben vorgestellt. Er sieht unter anderem vor, dass die Einrichtungen täglich rund um die Uhr unter der bundesweit einheitlichen Notrufnummer 116117 der Praxisärzte erreichbar sein sollen. Die KV befürchtet, dass das die Patienten verwirre.

Eine Absage erteilte die KV auch der von Spahn geplanten Erhöhung der wöchent­lichen Mindestsprechstundenzeiten für Arztpraxen von 20 auf 25 Stunden. Der Nutzen sei fraglich, da in Thüringen nach KV-Darstellung ambulant tätige Ärzte im Durch­schnitt bereits jetzt mehr als 51 Stunden pro Woche arbeiten.

© dpa/aerzteblatt.de
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