NewsÄrzteschaftVer­tre­ter­ver­samm­lung der KV Thüringen gegen Ausweitung von Terminservicestellen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Ver­tre­ter­ver­samm­lung der KV Thüringen gegen Ausweitung von Terminservicestellen

Montag, 10. September 2018

/ghazii, stockadobecom

Jena – Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Thüringen hat sich gegen die von Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) anvisierte Ausweitung der Termin­servicestellen gestellt. Spahns Gesetzentwurf benachteilige chronisch kranke Menschen und drohe nur, Verwirrung bei den Patienten zu stiften, kritisierte die KV-Ver­tre­ter­ver­samm­lung in Jena.

Die Ausweitung der Terminvermittlung bedeute den Beginn einer Fehlentwicklung, „die jedem telefonisch reklamierten akuten Behandlungsbedarf Vorrang vor der Behandlung chronisch Kranker einräumt“, heißt es in einer vom Parlament der niedergelassenen Ärzte beschlossenen Resolution.

Anzeige

Die Servicestellen wurden 2016 als Reaktion auf von vielen gesetzlich Kranken­versicherten als zu lang empfundenen Wartezeiten auf Facharzttermine eingerichtet. Spahn hatte kürzlich einen Gesetzentwurf zur Erweiterung ihrer Aufgaben vorgestellt. Er sieht unter anderem vor, dass die Einrichtungen täglich rund um die Uhr unter der bundesweit einheitlichen Notrufnummer 116117 der Praxisärzte erreichbar sein sollen. Die KV befürchtet, dass das die Patienten verwirre.

Eine Absage erteilte die KV auch der von Spahn geplanten Erhöhung der wöchent­lichen Mindestsprechstundenzeiten für Arztpraxen von 20 auf 25 Stunden. Der Nutzen sei fraglich, da in Thüringen nach KV-Darstellung ambulant tätige Ärzte im Durch­schnitt bereits jetzt mehr als 51 Stunden pro Woche arbeiten.

© dpa/aerzteblatt.de
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

20. Mai 2019
Frankfurt am Main – Die Ver­tre­ter­ver­samm­lung der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Hessen hat die neue Bedarfsplanungsrichtlinie begrüßt, zugleich aber daran erinnert, dass die Richtlinie kein neues
Neue Bedarfsplanung allein verbessert Versorgung nicht
10. Mai 2019
Berlin – Das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) ist heute im Bundesgesetzblatt veröffentlicht worden. Morgen tritt es in Kraft. „Gesetzlich Versicherte warten zu oft zu lange auf Arzttermine.
Terminservice- und Versorgungsgesetz tritt in Kraft
8. Mai 2019
Berlin – Die Bundesregierung vertritt die Auffassung, dass psychisch kranken Versicherten jederzeit eine ausreichende Anzahl an Therapieplätzen für die psychotherapeutische Behandlung zur Verfügung
Psychotherapie: Regierung setzt auf Bedarfsplanungsreform zur Reduzierung von Wartezeiten
3. Mai 2019
Berlin – Um die Terminvergabe niedergelassener Vertragsärzte zu erleichtern, will die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) unzuverlässigen Patienten künftig Strafzettel verpassen. Anfang Mai
Gassen will Patienten für geplatzte Arzttermine zur Kasse bitten
29. April 2019
Hannover – Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, hat vor überzogenen Erwartungen an das neue Gesetz für schnellere Arzttermine gewarnt, das am 1. Mai in Kraft tritt.
Ärzte warnen vor falschen Erwartungen bei Terminvermittlung
26. April 2019
Berlin – Patienten sollen ab 2020 wie vorgesehen auch über Smartphone-Apps bundesweit an Arzttermine kommen können. „Wir sind sehr weit mit der Entwicklung“, sagte der Vorstandsvorsitzende der
Ab 2020 Arzttermine per Smartphone-App
2. April 2019
Frankfurt am Main – Die Terminservicestelle der Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) Hessen hat Anrufer an Psychotherapeuten fristgerecht vermitteln können. Darauf hat die KV Hessen hingewiesen. Ende
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER