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Medizin

Feinstaub: Luftfilter senken Blutdruck in klinischer Studie

Dienstag, 11. September 2018

/kristo74, stock.adobe.com
East Lansing – Die Installation von Luftfiltern hat in einem Altersheim einer stark mit Feinstaub belasteten US-Großstadt den systolischen Blutdruck der Heimbewohner gesenkt. Die besten Ergebnisse wurden laut einer Studie in JAMA Internal Medicine (2018; doi: 10.1001/jamainternmed.2018.3308) bei adipösen Senioren erzielt.

Zu den akuten Auswirkungen einer vermehrten Feinstaub-Belastung gehört ein leichter Anstieg des Blutdrucks. Als besonders anfällig gelten ältere Menschen. Masako Morishita von der Michigan State University in East Lansing und Mitarbeiter haben deshalb untersucht, welche Auswirkungen Luftfilter auf den Blutdruck von älteren Heimbewohnern haben. Die Studie wurde in einem Altersheim im Zentrum von Detroit durchgeführt, das sich in der Nähe von zwei vielbefahrenen Straßen (darunter eine Autobahn) und mehreren Industriebetrieben befindet. 

Die Feinstaub-Belastung (PM2,5) vor dem Gebäude betrug 9,3 µg/m3. Innerhalb des Gebäudes wurden 17,5 µg/m3 im Raum und mit den Detektoren an der Kleidung der Bewohner wurden 15,5 µg/m3 PM2,5 gemessen. Die Belastung lag damit unter dem von der Welt­gesund­heits­organi­sation empfohlenen Tagesmittelwert für PM2,5 von 25 µg/m3.  

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Nach dem Aufstellen von mobilen Luftreinigern mit niedrig-effizienten und hoch-effizienten Hepa-Filtern (LE und HE) in den Schlaf- und Aufenthaltsräumen von an 40 Bewohnern (Durchschnittsalter 67 Jahre) sanken die PM2,5-Werte um 31 beziehungs­weise 53 Prozent. Während des dreitägigen Betriebs der Luftreiniger sank der systolische Blutdruck der Heimbewohner (zu 95 Prozent Afroamerikaner) um 3,2 mm Hg. Der Rückgang war mit einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 0,2 bis 6,1 mm Hg signifikant. Beim diastolischen Blutdruck kam es zu einem nicht-signifikanten Rückgang um 1,5 mm Hg (minus 0,2 bis 3,3 mm Hg).

Bei den 19 adipösen Teilnehmern der Studie sank der systolische Blutdruck um 7,5 mm Hg (3,1 bis 12,0 mm Hg) und der diastolische Blutdruck um 2,9 mm Hg (0,2 bis 5,6 mm Hg).

Paradoxerweise wurde der stärkste Rückgang mit dem LE-Filter erzielt. Der systolische Blutdruck in der Gesamtgruppe sank um 3,4 mm Hg (0,1-6,8 mm Hg) und der diastolische Blutdruck ebenfalls signifikant um 2,2 mm Hg (0,3 bis 4,2 mm Hg). Bei dem HE-Filter waren die Unterschiede nicht signifikant. © rme/aerzteblatt.de

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