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Ausland

Zahl unterernährter Menschen steigt weiter

Dienstag, 11. September 2018

/dpa

Rom/Berlin – Weltweit hungern immer mehr Menschen. Im vergangenen Jahr waren 821 Millionen Menschen unterernährt. Das sind 17 Millionen Menschen mehr als 2016, wie ein heute in Rom vorgestellter Bericht zur Nahrungssicherung und Ernährung der Welternährungsorganisation FAO zeigt. Die Zahl der Hungernden stieg damit zum zweiten Mal in Folge. Als Schlüsselfaktoren sehen die Experten neben Kriegen und Konflikten klimatische Extreme.

Der Bericht wird von der FAO, dem Internationalen Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung (IFAD), dem UN-Kinderhilfswerk Unicef, dem Welternährungsprogramm WFP und der Welt­gesund­heits­organi­sation WHO herausgegeben. Die Ernährungslage verschlechterte sich demnach vor allem in Südamerika und dem Großteil von Afrika. In Asien stagnierten zudem die Fortschritte gegen Unterernährung. Die Experten erwarten künftig einen weiteren Anstieg des weltweiten Hungers.

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Ein unzureichender Zugang zu Lebensmitteln erhöht dem Bericht zufolge das Risiko, dass Kinder bei der Geburt zu leicht und später unterernährt sind. Demnach leiden weltweit 151 Millionen Kinder unter fünf Jahren an den Folgen von Unterernährung und sind zu klein für ihr Alter.

Eine Mangelernährung kann den Angaben zufolge aber ebenso zu Übergewicht und Fettleibigkeit führen. Neben einer steigenden Zahl unterernährter Menschen sehen die Experten einen Trend zu Übergewicht. Rund 672 Millionen Erwachsene sind demnach fettleibig. Als Gründe werden hohe Lebensmittelpreise sowie Stress aufgrund einer unsicheren Verfügbarkeit von Lebensmitteln genannt. Auch gebe es einen Zusammenhang zwischen Unterernährung im Kindesalter und späterer Fettleibigkeit.

Ein Schwerpunkt der Analyse liegt auf der Rolle des Klimas. Klimatische Extreme gelten demnach als treibende Kraft für Lebensmittelkrisen und den Anstieg des weltweiten Hungers. Das Risiko von Lebensmittelknappheit sei heutzutage größer als früher und besonders gefährdet in armen Ländern, in denen die Lebensgrundlage der Menschen auf der Landwirtschaft basiere und von Regen, Temperaturschwankungen oder Trockenheit abhänge.

Ohne gezielte Maßnahmen würden die für 2030 vereinbarten Entwicklungsziele nicht erreicht, heißt es. Notwendig seien kurz- und langfristige Programme zur Reduzierung von Risiken und Anpassung an den Klimawandel. © kna/aerzteblatt.de

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