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Rheumatologen empfehlen interdisziplinäre Entzündungsteams zur Patientenversorgung

Mittwoch, 12. September 2018

/narstudio, stock.adobe.com

Berlin – Rheumatische Erkrankungen betreffen zumeist nicht nur einzelne Organe oder Organgruppen – etwa die Gelenke –, sondern sind eine systemische Erkrankung. Darauf hat die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) hingewiesen und eine entsprechende interdisziplinäre Expertise in der Diagnostik und Therapie gefordert. 

Bereits das Beispiel der häufigsten entzündlich-rheumatischen Erkrankung, der rheumatoiden Arthritis, zeige, wie wenig sich das Immunsystem an Organgrenzen halte. Zu Beginn der Autoimmunerkrankung seien vor allem die Gelenke von der chronischen Entzündung betroffen. Im weiteren Verlauf der Krankheit könnten auch andere Organe wie Augen, Lunge, Blutgefäße oder Herz angegriffen werden.

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„Autoimmunerkrankungen sind immer als Entzündung zu betrachten, die den ganzen Körper betrifft “, sagte Hanns-Martin Lorenz, Präsident der DGRh und Leiter der Sektion Rheumatologie am Universitätsklinikum Heidelberg. Bei der Therapie müsse der behandelnde Rheumatologe daher immer den gesamten Körper im Blick behalten. Diese systemische Herangehensweise erfordere eine sehr umfassende Expertise.

Der enorme Wissenszuwachs auf dem Gebiet der Immunbiologie und die damit einhergehende Zunahme der therapeutischen Möglichkeiten führe dazu, dass Mediziner einer Fachrichtung nicht mehr alle Feinheiten anderer Disziplinen überblicken könnten und daher auf Kooperationen angewiesen seien.

„Viele Universitätsklinika tragen dem schon Rechnung, etwa indem sie interdisziplinäre Entzündungsboards einführen“, sagte Lorenz. Hier arbeiteten Rheumatologen unter anderem mit Hautärzten, Stoffwechsel-, Nieren- und Lungenfachärzten zusammen. So könnten die unterschiedlichen Facetten der jeweiligen Erkrankung berücksichtigt und eine für den Patienten optimale Therapie abgestimmt werden. „Jedes große Zentrum mit Entzündungsexpertise sollte ein solches interdisziplinäres Zentrum einrichten“, fordert die Fachgesellschaft. © hil/aerzteblatt.de

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