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Politik

Immer weniger Krankenhäuser mit immer weniger Betten

Mittwoch, 12. September 2018

/VILevi, stockadobecom

Bonn – Die Zahl der Krankenhäuser in Deutschland geht weiter leicht zurück – ebenso wie die Zahl der Betten. Gab es im Jahr 1991 noch 2.411 Kliniken mit mehr als 665.000 Betten, so ist die deutsche Krankenhauslandschaft seitdem deutlich geschrumpft. 2017 gab es noch 1.943 Häuser mit rund 498.700 Betten. Das geht aus der Kranken­hausstatistik des Statistischen Bundesamtes hervor.

Zugleich hat die Zahl der Patienten in diesem Zeitraum deutlich zugenommen. Wurden 1991 noch 14,6 Millionen Behandlungen registriert, waren es 2017 rund 19,45 Millionen. Allerdings: Erstmals seit 2005 gab es im vergangenen Jahr ein leichtes Minus von 77.000 gegenüber 2016 – und das trotz zunehmender Alterung der Bevölkerung.

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Verweildauer hat sich seit 1990 halbiert

Zugleich halbierte sich die durchschnittliche Verweildauer seit Beginn der 1990er Jahre nahezu: Blieben Patienten 1991 noch durchschnittlich 14 Tage im Krankenhaus, waren es 2017 nur noch 7,3 Tage. Bemerkenswert dabei: In den 662 freigemeinnützigen und kirchlichen Häusern liegt die Verweildauer mit 7 Tagen am niedrigsten – während sie in den 722 privaten Häusern mit 7,7 Tagen am höchsten ist.

Insgesamt zeigt die Krankenhausstatistik sowohl bei der Verweildauer als auch bei der Bettenauslastung eine große Stabilität. 2010 fiel die durchschnittliche Verweildauer erstmals unter 8 Tage und verharrt seitdem bei knapp über 7 Tagen. Auch die Bettenauslastung liegt seit 2007 mit geringen Schwankungen immer leicht über 77 Prozent.

Wirtschaftliche Lage der Krankenhäuser hat sich stabilisiert

Zuletzt hatten Wirtschaftsexperten den Krankenhäusern in Deutschland eine relativ gute wirtschaftliche Lage bescheinigt. Weniger Kliniken als in den Vorjahren hätten rote Zahlen geschrieben, die Häuser verdienten mehr, so jedenfalls lautete die Diagnose des Krankenhausratingreports, den Wirtschafts- und Gesundheitsexperten im Mai veröffentlichten. Er bezog sich allerdings auf 2016.

Nach Angaben des Berichts befanden sich nur 7 Prozent der rund 1.950 Krankenhäuser im Bereich erhöhter Insolvenzgefahr, 84 Prozent lagen im „grünen Bereich“. Im Jahr zuvor wurden noch 9 Prozent im „roten Bereich“ eingestuft und 79 Prozent im „grünen Bereich“. Nur 13 Prozent der Krankenhäuser schrieben auf Konzernebene einen Jahresverlust.

Problem Personalmangel

Allerdings sehen Experten wie der Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen zahlreiche Probleme für die Zukunft – etwa eine große Lücke bei den Investitionen und einen gravierenden Personalmangel bei steigenden Patientenzahlen. Dabei sind Kliniken in doppelter Hinsicht vom demografischen Wandel betroffen: Sie müssen in der alternden Gesellschaft mit mehr Patienten rechnen und sind zugleich mit einem Rückgang des Arbeitskräftepotenzials konfrontiert.

Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) will den Kliniken künftig konkrete Vorgaben machen, wie viel Pflegepersonal mindestens für die Versorgung der Patienten beschäftigt sein muss. 2017 stieg die Zahl der Pflegekräfte in den Krankenhäusern nur langsam an.

Laut Statistischem Bundesamt wurden die Patienten von etwa 328.500 Pflegevoll­kräften betreut, rund 3.400 oder 1,0 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Insgesamt waren rund 909.800 Vollkräfte in den Krankenhäusern tätig. Knapp 161.200 gehörten zum ärztlichen Dienst und 748.600 zum nichtärztlichen Dienst, einschließlich Pflegedienst. Die Zahl der Vollkräfte nahm im Vergleich zum Vorjahr im ärztlichen Dienst um 3.000 oder 1,9 Prozent, im nichtärztlichen Dienst um knapp 26.300 oder 3,6 Prozent zu.

Zu viele kleine und mittlere Krankenhäuser

Weithin einig sind sich Gesundheitsexperten, dass die Bundesrepublik im interna­tionalen Vergleich zu viele Krankenhäuser hat. „Die deutsche Krankenhauslandschaft ist durch eine überproportional hohe Anzahl von kleinen und mittleren Kranken­häusern gekennzeichnet“, heißt es etwa im kürzlich veröffentlichten Gutachten des Sachverständigenrats.

Das führe insbesondere in Ballungsgebieten zu einem ineffizienten Einsatz von knappen Investitionsmitteln. Daher sollten der Abbau von stationären Überkapazitäten, die Konzentration des Leistungsangebots auf weniger Standorte und die Umwandlung von Krankenhäusern in nicht akutstationäre Versorgungseinrichtungen vorangetrieben werden. © kna/aerzteblatt.de

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