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Psychotherapeuten kritisieren Nichteinhalten der Psychiatrie-Personal­verordnung

Freitag, 14. September 2018

/dpa

Berlin – Die Deutsche PsychotherapeutenVereinigung (DPtV) hat Kritik Umgang mit der Psychiatrie-Personalverordnung (Psych-PV) geübt. Der Vereinigung zufolge ist dieser zu lax. Anlass für Kritik ist die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen. Laut DPtV bleibt weiterhin unklar, ob die psychiatrische Personalausstattung gemäß der Psych-PV eingehalten wird.

„Es ist inakzeptabel, dass die Personalbesetzungen in Psychiatrien nicht völlig offengelegt werden. Wir fragen uns: Was gibt es hier zu verbergen?“, sagte DPtV-Bundesvorsitzende Barbara Lubisch. Ihr zufolge zeige das Bundesgesundheitsministerium (BMG) bei seiner Antwort, dass die Psychiatrien und psychiatrischen Fachabteilungen ihrer Nachweispflicht gemäß der Psych-PV nicht nachkamen. Demnach legten von 481 psychiatrischen Einrichtungen lediglich 150 bis Ende Mai die Zahlen aus dem Jahr 2017 vor, 60 psychiatrische Kliniken verweigerten die Daten-Herausgabe.

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Besonders brisant findet die Vereinigung die Tatsache, dass die Psych-PV nicht den aktuellen Stand einer leitliniengerechten Behandlung widerspiegele und selbst bei Einhaltung deutliche Defizite der Versorgung zu erwarten seien. Die Psych-PV stammt laut DPtV von 1990 und berücksichtigt nicht die Versorgungsleistung der Psychologischen Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten.

„Es ist dringend notwendig, dass der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA), der im Psych-VVG festgelegten Aufgabe nachkommt, verbindliche Personalvorgaben für eine leitlinienorientierte Versorgung in den Einrichtungen zu beschließen“, sagte Lubisch.

In Anbetracht der geringen Rückmeldequoten aus den psychiatrischen Kliniken scheine es geradezu ein Freibrief zu sein, dass die Pflicht zum Nachweis der tatsächlichen Personalstruktur bei Nichtbefolgen keinerlei Sanktionen nach sich zieht. Menschen mit psychischen Erkrankungen hätten auch im Krankenhaus einen Anspruch auf eine leitliniengerechte Behandlung. „Offenbar ist es im Interesse der Patienten auch notwendig, die Einhaltung zu kontrollieren“, so Lubisch. © hil/sb/aerzteblatt.de

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