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Medizin

Obstruktive Schlafapnoe als Gichtrisiko

Freitag, 14. September 2018

/dpa

Newcastle-under-Lyme – Britische Hausarztpatienten, bei denen eine obstruktive Schlafapnoe diagnostiziert wurde, hatten in den Folgejahren ein erhöhtes Risiko, an Gicht zu erkranken. Dies geht aus einer retrospektiven Kohortenstudie in Arthritis & Rheumatology (2018; doi: 10.1002/art.40662) hervor.

Gichterkrankungen sind in den letzten Jahrzehnten häufiger geworden. In Groß­britannien leiden nach neuen Untersuchungen 2,5 Prozent der Erwachsenen an der entzündlichen Arthopathie, die durch Ablagerung von Harnsäurekristallen ausgelöst wird. Die Erkrankung findet sich häufig bei „Genussmenschen“, die auch unter einem metabolischen Syndrom mit Bluthochdruck, Fettleibigkeit und Insulinresistenz leiden. Bei diesen Menschen ist auch die obstruktive Schlafapnoe (OSA) häufig. Frühere Untersuchungen hatten gezeigt, dass Patienten mit OSA häufig erhöhte Harnsäure-Werte haben.

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Ein Team um Milica Blagojevic-Bucknall von der Keele University in Newcastle-under-Lyme hat jetzt den Zusammenhang anhand der UK Clinical Practice Research Datalink untersucht, die die elektronischen Krankenakten von britischen Hausarztpatienten speichert. In einer retrospektiven Kohortenstudie stellten die Forscher 15.879 Patienten, bei denen zwischen 1990 und 2010 eine OSA diagnostiziert wurde, jeweils bis zu vier Personen ohne OSA gegenüber.

Ergebnis: In den 5,8 Jahren nach der OSA-Diagnose entwickelten 4,9 Prozent der Personen eine Gicht im Vergleich zu 2,6 Prozent in der Nicht-OSA-Gruppe. Die Inzidenzraten betrugen 7,83 gegen 4,03 pro 1.000 Personenjahre.

Die Forscher ermitteln eine Hazard Ratio von 1,42, die mit einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 1,29 bis 1,56 signifikant war. Am größten war das Risiko in den ersten zwei Jahren nach der OSA-Diagnose (Hazard Ratio 1,64; 1,30-2,06). Die Assoziation bestand auch bei Personen mit Übergewicht und Adipositas. Am deutlichsten erhöht war das Risiko bei Personen mit normalem Body-Mass-Index mit einer Hazard Ratio von 2,02 (1,13-3,62) zwei bis fünf Jahre nach der Diagnose.

Die Pathogenese ist unbekannt. Blagojevic-Bucknall vermutet, dass der inter­mittierende Sauerstoffmangel die Bildung von Harnsäure erhöht. Belege dafür gibt es aber nicht. Unklar ist auch, ob eine Behandlung der OSA mit einer nächtlichen CPAP-Beatmung den Harnsäurespiegel senken und die Patienten vor schmerzhaften Gelenkentzündungen schützen würde. © rme/aerzteblatt.de

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