NewsPolitikAbschaffung der Importquote verlangt
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Abschaffung der Importquote verlangt

Freitag, 14. September 2018

/Sbastien, stockadobecom

Stuttgart/Berlin – Die AOK Baden-Württemberg, der Deutsche Apothekerverband (DAV) sowie die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) setzen sich für eine Abschaffung der Arzneimittel-Reimportquote ein. Sie sei als Instrument zur Ausgaben­steuerung nicht geeignet und gefährde darüber hinaus die Arzneimittelsicherheit.

„Die mit der Importquote erzielten Einsparungen sind im Laufe der letzten zehn Jahre stark rückläufig“, sagte Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg. So habe die gesetzliche Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) nach Berechnungen des Deutschen Arzneiprüfungsinstitutes (DAPI) im Jahr 2017 durch die Importquote rund 120 Millionen Euro einsparen können. Zum Vergleich: Die durch Rabattverträge erzielten Kostenreduzierungen betrugen laut DAPI im vergangenen Jahr vier Milliarden Euro.

Anzeige

Zugleich gefährde die Importquote auch die Arzneimittelsicherheit, so Hermann: „Lange, intransparente und grenzüberschreitende Lieferketten machen Hehlerbanden und Arzneimittelfälschern in der EU das Leben relativ einfach.“ Die gesetzliche Quoten­förderung kurbele das Geschäft in Deutschland weiter an.

„Jeder Apotheker braucht ausreichend Spielraum, um sich bei Sicherheitsbedenken im Einzelfall gegen ein Importmedikament entscheiden zu können“, ist auch DAV-Vorsitzender Fritz Becker überzeugt. Er plädiert dafür, die Importquotenpflicht mithilfe des Terminservice- und Versorgungsgesetzes (TSVG) schnellstmöglich aus dem Sozialgesetzbuch streichen.

Die baden-württembergische Ärzteschaft unterstützt die Initiative gegen die Arzneimittelreimportquote ebenfalls. „Arzneimittel spielen bei vielen Therapien eine unverzichtbare Rolle. Umso wichtiger ist die Sicherheit der Medikamente“, unterstrich KVBW-Vorstandsvorsitzender Norbert Metke. © hil/sb/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

24. September 2018
Berlin/Potsdam – Die Zahl der vom Pharmaskandal um die Firma Lunapharm betroffenen Patienten steigt weiter an. Inzwischen seien 277 Patienten identifiziert worden, die in Berliner und Brandenburger
Zahl der betroffenen Patienten im Lunapharm-Skandal steigt
24. September 2018
München – Noch immer müssen Kinder- und Jugendärzte viele Patienten mit Arzneimitteln behandeln, die nur an Erwachsenen getestet wurden und für junge Menschen nicht zugelassen oder nicht geeignet
Stiftung Kindergesundheit kritisiert unzureichende Arzneimittelversorgung für junge Patienten
17. September 2018
Berlin – Viele Länder veranstalten heute bereits zum 4. Mal den Internationalen Tag der Patientensicherheit (ITPS). Wie groß die Resonanz und Beteiligung hierzulande ist, zeigt eine interaktive
Tag der Patientensicherheit: Chancen der Digitalisierung noch nicht ausgeschöpft
15. September 2018
Berlin – Deutschland braucht ein bundeseinheitliches Gütesiegel für digitale Gesundheitsanwendungen. Das hat Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundes­ärzte­kammer (BÄK), anlässlich des Tags der
Gütesiegel für Gesundheitsapps gefordert
14. September 2018
Hannover – Die Apotheker in Niedersachsen beklagen zunehmend Lieferengpässe bei Medikamenten wie zum Beispiel beim Schmerzmittel Ibuprofen. Der Wirkstoff werde überwiegend in einem Werk in den USA
Lieferengpässe bei Medikamenten beklagt
13. September 2018
London/Odense – Die Exposition mit der wahrscheinlich krebserregenden Substanz N-Nitrosodimethylamin (NDMA), der Hochdruckpatienten über Jahre durch Einnahme kontaminierter Valsartan-haltiger
Valsartan: Bisher kein Anstieg der Krebsrate durch kontaminierte Präparate erkennbar
12. September 2018
Bonn – Der Pharmakonzern Bayer muss auf dem Beipackzettel für sein rezeptfreies Magenmittel Iberogast künftig auch vor sehr seltenen, aber schwerwiegenden Leberschäden warnen. Das Unternehmen habe
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Anzeige

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER