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Ärzteschaft

Gütesiegel für Gesundheitsapps gefordert

Samstag, 15. September 2018

/creative, stock.adobe.com

Berlin – Deutschland braucht ein bundeseinheitliches Gütesiegel für digitale Gesundheitsanwendungen. Das hat Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundes­ärzte­kammer (BÄK), anlässlich des Tags der Patientensicherheit am 17. September gefordert. „In der digitalen Welt müssen wir Patientensicherheit neu denken. Einfache Gesundheitsapps können eine gesunde Lebensführung unterstützen, aber auch großen Schaden anrichten“, sagte Montgomery.

Er regte zudem an, standardisierte Verfahren zur Bewertung digitaler Anwendungen im Hinblick auf Wirksamkeit, Unbedenklichkeit und medizinische Qualität einzuführen. „Wenn diese Bewertungen dann in einer Positivliste verständlich und transparent aufbereitet werden, sind wir beim Schutz der Patienten einen großen Schritt weiter“, sagte Montgomery. Denkbar sind für ihn auch die Etablierung von Testregionen, in der Entwickler ihre Produkte erproben können.

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Montgomery verwies in diesem Zusammenhang auf die enorme Bandbreite der Anwendungsmöglichkeiten. Diese reiche von dem kaum mehr überschaubaren Angebot in den App Stores bis hin zu Behandlungsempfehlungen auf Grundlage von Sensor-Daten. „Die Erwartungen sind riesig. Aber die schöne, neue, digitale Gesundheitswelt ist kein Selbstläufer“, so der BÄK-Präsident.

Das Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS) hatte kürzlich auf eine Handlungsempfehlung zum Thema Digitalisierung und Risikomanagement sowie eine Checkliste für die Nutzung von Gesundheits-Apps hingewiesen. Denn nach Ansicht der APS-Experten birgt die fortschreitende Digitalisierung im Gesundheitswesen aber nicht nur Vorteile, sondern auch Risiken.

„Wenn die Medikamentendosis für einen Patienten beispielweise falsch berechnet wurde oder Persönlichkeitsrechte nicht ernst genug genommen werden, kann das zu ernsthaften Problemen führen“, sagte APS-Geschäftsführer Hardy Müller.

Einen aktuellen Impuls, über die eigenen Landesgrenzen hinweg gemeinsam nach Verbesserungsansätzen zu suchen, geben seiner Ansicht nach aktuelle Probleme rund um die sichere Arzneimittelversorgung wie etwa Rückrufe oder Engpässe. „Der Markt für Arzneimittel und digitale Gesundheitsangebote ist ein internationaler. Hier für Patientensicherheit zu sorgen erfordert länderübergreifende Ansätze.“

Viele globale Herausforderungen der Patientensicherheit – wie etwa Infektionskrankheiten – seien nur mit multinationalen Strategien zu lösen. So habe beispielsweise die Ebola-Krise gezeigt, dass Gefährdungen nur ein paar Flugstunden entfernt sein können. Auch hierzulande geben verschiedene bedrohliche Entwicklungen – wie zum Beispiel die zunehmende Verbreitung multiresistenter Keime – Anlässe zur gemeinsamen Entwicklung von Strategien zum Erhalt der Patientensicherheit. © may/EB/aerzteblatt.de

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