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Politik

Elektronische Gesundheitskarte soll NFC-Technologie erhalten

Freitag, 14. September 2018

/dpa

Berlin – Die Krankenkassen sollen verpflichtet werden, alle Versichertenkarten, die sie ab dem 1. Dezember 2019 ausgeben, mit einer kontaktlosen Schnittstelle auszustatten. Damit soll die NFC-Technik (Near Field Communication), die bereits bei vielen EC-Karten üblich ist, auch Einzug im deutschen Gesundheitswesen halten.

Dies geht aus einem heute veröffentlichten Referentenentwurf des Bundesgesund­heitsministeriums (BMG) für ein „Gesetz zur Ausstattung der elektronischen Gesundheitskarte mit kontaktloser Schnittstelle“ hervor, der dem Deutschen Ärzteblatt vorliegt.

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„Diese Technologie soll durch dieses Gesetz auch für das Gesundheitswesen uns insbesondere für die elektronische Gesundheitskarte nutzbar gemacht werden, um den Versicherten beispielsweise die Authentifizierung gegenüber der Tele­ma­tik­infra­struk­tur und damit den Zugriff auf ihre Daten zu erleichtern“, heißt es in dem Entwurf.

Krankenkassen sind bereits jetzt verpflichtet, alle fünf Jahre die Gesundheitskarte routinemäßig auszutauschen. Im nächsten Austauschzyklus sollen dann nur noch Karten mit der neuen Technologie ausgegeben werden.

„Mithilfe der kontaktlosen Schnittstelle können die Versicherten in Zukunft die elektronische Gesundheitskarte mit einem mobilen Endgerät benutzten, ohne ein zusätzliches Kartenlesegerät verwenden zu müssen“, heißt es in der Gesetzes­begründung. Damit soll es auch möglich werden, Daten von einem mobilen Endgerät auf der Karte zu speichern.

„Weiterhin können sich die Versicherten gegenüber einer telemedizinischen Anwendung, einer Anwendung der Krankenkasse oder einer weiteren Anwendung der Tele­ma­tik­infra­struk­tur leichter mit der elektronischen Gesundheitskarte authentifizieren“, heißt es darüber hinaus. Für Leistungserbringer gelte dies „perspektivisch“.

Denn auch von Ärzten soll diese Kontaktstelle als Zugriffsmöglichkeit genutzt werden können. Im Gesetz wird aber betont, dass die künftigen Karten auch weiterhin eine „kontaktbehaftete“ Schnittstelle benötigen, so lange vor allem bei Ärzten die Lesegeräte nur über kontaktbehaftete Schnittstellen funktionieren.

Die Kosten dafür berechnet das BMG pro Karte von 50 bis 90 Cent, eine Neuausgabe der Karte kostet pro Versicherten etwa drei bis fünf Euro. Insgesamt schätzt das BMG die Kosten für die kommenden fünf Jahre auf etwa 50 bis 60 Millionen Euro, die die Krankenkassen zahlen müssen. © bee/aerzteblatt.de

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Avatar #103205
Patroklos
am Dienstag, 18. September 2018, 16:12

Aktuelle eGK.

Die Grenze von 256Byte galt für die alte Krankenkassenkarte.

Meines Wissens ist die seit dem 1.1.2015 allein geltende aktuelle elektronische Gesundheitskarte mit einem eigenen kleinen Mikroporzessor ausgestattet, der einen Arbeitsspeicher von 32 oder 64 kB enthält. Nur so sind die vielen weiteren angedachten Funktionalitäten möglich.
Avatar #106067
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Samstag, 15. September 2018, 10:20

Was soll das?

"4.1 Eigenschaften des Speicherchips
Die Karte ist mit einem Speicherchip in EEPROM-Technologie mit einer Speicherkapazität von 256 Bytes auszustatten." So steht es unter
Technische Spezifikation der Versichertenkarte - GKV-Spitzenverband
www.gkvspitzenverband.de/media/dokumente/krankenversicherung_1/telematik/versichertenkarte/Techn_Spezifik_der_VersKarte_25_11_2009_Version_2_08.pdf
Und um das Ganze noch zu steigern:
"...Grundsätzlich gilt, dass Chiptypen mit einer 256 Bytes übersteigenden Speicherkapazität nur zulässig sind, wenn der 256 Bytes übersteigende Bereich im Herstellungsprozess irreversibel gesperrt wird..."

Diese völlig insuffiziente Speicherkapazität soll also jetzt zu allem Überfluss auch noch mit modernster NFC-Technik (Near Field Communication), welche in vielen EC- und Kredit-Karten integriert ist, kombiniert werden?
Wie dumm ist das denn?
Wilma und Fred Feuerstein bzw. Betty und Barney Geröllheimer ("The Flintstones") haben für ihre Steintäfelchen mit eingeritzten Schriftzeichen doch auch keine Chipkarten-Lesegeräte gebraucht.

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
LNS

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