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Politik

Ge­sund­heits­mi­nis­ter ruft zu Engagement bei Reanimation auf

Montag, 17. September 2018

/wellphoto, stock.adobe.com

Berlin – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) will mehr Bürger ermutigen, Herzdruckmassage zu lernen. „Jedes Jahr erleiden etwa 50.000 Menschen außerhalb eines Krankenhauses einen Herz-Kreislauf-Stillstand. Da kommt es auf die ersten Minuten an", sagte Spahn heute zum Start der „Woche der Wiederbelebung“. Umso mehr Menschen Herzdruckmassage könnten, desto mehr Menschenleben könnten gerettet werden.

Mit der Aktionswoche, die seit 2012 vom Berufsverband Deutscher Anästhesisten (BDA) und der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) in Kooperation mit dem Deutschen Rat für Wiederbelebung veranstaltet wird, sollen die Menschen aufgefordert werden, bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand grundlegende Maßnahmen wie die Herzdruckmassage auszuführen.

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„Es gibt vor allem eine moralische Verpflichtung jedes Bürgers, mit der Wiederbe­lebung zu starten“, sagte Spahn. Auch er würde sich wünschen, dass jemand bei ihm im Notfall mit der Herzdruckmassage beginnen würde – ohne Angst, etwas falsch zu machen. „Dafür braucht man vorher aber auch die praktische Übung“, so der Minister.

Bei der Herzdruckmassage hat Deutschland nach Angaben der Fachgesellschaften im internationalen Vergleich großen Nachholbedarf. Während hierzulande nur bei etwa 40 Prozent der Reanimationen Laien mit Herzdruckmassage beginnen, seien es zum Beispiel in Dänemark und Irland jeweils mehr als 70 Prozent.

Notärzte und Anästhesisten weisen darauf hin, wie wichtig die Maßnahme bei Atem- und Herzstillstand ist. Denn ohne Sauerstoff kann das menschliche Gehirn höchstens fünf Minuten überleben. Mit jeder Minute ohne Hilfe würden Behinderung und Tod immer wahrscheinlicher.

Dabei ist die Laienreanimation sehr einfach in drei Schritten umzusetzen: „Prüfen“: Den Patienten ansprechen und behutsam rütteln. „Rufen“: Andere Helfer auf die Situation aufmerksam machen und die Notrufnummer 112 wählen. Und schließlich „drücken“: Den Ballen der einen Hand auf die Mitte des Brustbeins setzen. Den Ballen der anderen Hand darauf legen. Dann 100-mal pro Minute den Brustkorb mindestens fünf Zentimeter herunterdrücken. Geschulte Helfer sollen die Mund-zu-Mund-Beatmungen im Verhältnis von 30 Herzdruckmassagen zu zwei Beatmungen durchführen.

© kna/may/aerzteblatt.de

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