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Demografen: Menschen werden immer älter – Pro Jahr um drei Monate

Dienstag, 18. September 2018

/Jean Kobben, stockadobecom

Rostock – Demografen am Rostocker Max-Planck-Institut für demografische Forschung haben eine gute Nachricht: Die Menschen werden immer älter, und es ist kein Ende dieses Trends absehbar, wie Jutta Gampe, Mathematikerin und Statistikerin des Instituts, sagt.

Hintergrund für diese Entwicklung sei die Summe aus verschiedenen Effekten. Dazu gehörten beispielsweise bessere Umweltbedingungen mit sauberer Luft und sauberem Wasser, Prävention, Ernährung und medizinische Versorgung. Dies führe in kleinen Schritten, aber kontinuierlich zur steigenden Lebenserwartung. „Wir steuern aber nicht auf die Unsterblichkeit hin“, betonte Gampe. An einem Tag der offenen Tür zeigte das Institut am Samstag eine interaktiven Ausstellung „100 Jahre alt werden – aber wie“, bei der sich die Besucher selbst beim Altern zuschauen konnten.

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Die aktuelle Statistik zeige, dass die Lebenserwartung in Deutschland pro Jahr um drei Monate steigt. Diese Entwicklung gebe es seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs und sie verlangsame sich nicht. Die Wissenschaftlerin wollte sich aber nicht an der Diskussion um ein physiologisches Maximalalter beteiligen. Den Altersrekord habe derzeit die Französin Jeanne Calment inne. Sie starb 1997 im Alter von 122 Jahren und 164 Tagen. „Ihre Lebensdaten sind genau geprüft worden, ihr Rekord gilt als sicher“, sagte Gampe.

Ein Mädchen, das heute geboren werde, habe – unter Beibehaltung der aktuellen Verhältnisse – eine durchschnittliche Lebenserwartung von 83 Jahren. Das bedeute gleichzeitig, dass es gute Chancen habe, 100 zu werden. Die Verbesserung der allgemeinen Lebensbedingungen werde daran deutlich, dass ein Mädchen des Jahrgangs 1840 im Schnitt 45 Jahre alt wurde.

Allerdings sei diese Entwicklung kein Selbstläufer, sagte Gampe. Das Bewusstsein für ein gesundes Leben mit viel Bewegung oder guter Ernährung müsse aufrechterhalten werden. Möglichst viele Menschen müssten an den gesellschaftlichen Fortschritten teilhaben. © dpa/aerzteblatt.de

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