NewsMedizinZellumgebung entscheidet über Art des Leberzelltumors mit
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Zellumgebung entscheidet über Art des Leberzelltumors mit

Dienstag, 18. September 2018

/Sebastian Kaulitzki, stockadobecom

Tübingen – Die Zellumgebung beeinflusst entscheidend, ob sich ein Lebertumor als Gallengangskarzinom (Cholanggiozelluläres Karzinom, ICC) entwickelt oder als Leberzellkarzinom (Hepatozelluläres Karzinom, HCC). Das berichten Wissenschaftler um Lars Zender vom Universitätsklinikum Tübingen und dem Deutschen Krebskonsortium (DKTK) im Fachmagazin Nature (2018; doi: 10.1038/s41586-018-0519-y).

Anzeige

Das Leberzellkarzinom ist weltweit die zweithäufigste Krebstodesursache. 2 unter­schiedliche Formen decken das Gros der Erkrankungen ab: Rund 10 bis 20 % der Betroffenen entwickeln innerhalb der Leber ein ICC, der weitaus größere Anteil der Leberkrebserkrankungen entfällt auf das HCC. „Auffällig war, dass in den letzten Jahren vor allem die Zahl der Patienten mit dem aggressiveren Gallengangskarzinom zunahm, obwohl keine unterschiedlichen Risikofaktoren auszumachen waren“, berichten die Wissenschaftler.

Spezielle Form von Zelltod entscheidend

Im Mausmodell und an humanen Gewebeproben konnten die Wissenschafter jetzt belegen, dass die Umgebung der Krebszellen die Entwicklung der Krebszellen hin zum ICC oder zum HCC entscheidend beeinflusst. Von besonderer Bedeutung ist danach die spezielle Form von Zelltod, die in der direkten Umgebung der Zellen auftritt. Die Wissenschaftler konnten zeigen, dass Vorstufen von Krebszellen, in deren Umgebung Zellen durch Apoptose – den klassischen Zelltod – zugrunde gingen, sich zu einem Leberzellkarzinom entwickelten.

Angehende Krebszellen, in deren Umgebung Zellen durch Nekroptose absterben, führten zu einem Gallengangskarzinom. Bei der Nekroptose löst sich die Zellhülle auf und der Zellinhalt verursacht Entzündungen in der Umgebung der Krebszelle, während sich beim klassischen programmierten Zelltod kleine Vesikel bilden, die vom Immunsystem beseitigt werden. 

Möglicherweise ein Therapieresistenzmechanismus 

„Künftige Forschungsarbeiten müssen untersuchen, ob die direkte Zellumgebung nicht nur die Art der Tumorentstehung beeinflusst, sondern auch die Therapie“, sagt Zender. Unter der Behandlung von HCC mit einer Chemoembolisation wurde bereits beobachtet, dass sich der ursprüngliche Leberkrebs zum Teil in ein Gallengangs­karzinon umwandeln kann. Dieses könnte eine Ursache sein, warum der Krebs nicht mehr auf die ursprüngliche Therapie anspricht.  „Möglicherweise sind wir hier einem Therapieresistenzmechanismus von Leberkrebs auf der Spur“, so der Onkologe. © hil/aerzteblatt.de

Liebe Leserinnen und Leser,

diesen Artikel können Sie mit dem kostenfreien „Mein-DÄ-Zugang“ lesen.

Sind Sie schon registriert, geben Sie einfach Ihre Zugangsdaten ein.

Oder registrieren Sie sich kostenfrei, um exklusiv diesen Beitrag aufzurufen.

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort


Mit der Registrierung in „Mein-DÄ“ profitieren Sie von folgenden Vorteilen:

Newsletter
Kostenfreie Newsletter mit täglichen Nachrichten aus Medizin und Politik oder aus bestimmten Fachgebieten
cme
Nehmen Sie an der zertifizierten Fortbildung teil
Merkfunktion
Erstellen Sie Merklisten mit Nachrichten, Artikeln und Videos
Kommentarfunktion und Foren
Kommentieren Sie Nachrichten, Artikel und Videos, nehmen Sie an Diskussionen in den Foren teil
Job-Mail
Erhalten Sie zu Ihrer Ärztestellen-Suche passende Jobs per E-Mail.
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

19. März 2019
Köln – Patienten mit einem hepatozellulären Karzinom (HCC), die zuvor mit Sorafenib behandelt wurden, könnten von einer Therapie mit Cabozantinib profitieren. Das Institut für Qualität und
IQWiG sieht Hinweis auf geringen Zusatznutzen von Cabozantinib bei Leberzellkarzinom
12. Dezember 2018
Mainz – Ein neues sogenanntes Else-Kröner-Forschungskolleg (EKFK) soll die wissenschaftliche Ausbildung junger Ärzte im Bereich der Leberkrebsforschung in Mainz fördern. Die
Neues Kolleg zur Leberforschung in Mainz
5. Oktober 2018
Boston – Die Einnahme von Acetylsalicylsäure (ASS), der bereits eine präventive Wirkung gegen Darmkrebs zugeschrieben wird, könnte die Erkrankungsrate für Ovarialkarzinom und hepatozelluläres Karzinom
ASS könnte vor Ovarialkarzinom und Leberkrebs schützen
28. Mai 2018
Bethesda/Maryland – Ein internationales Forscherteam hat eine überraschende Verbindung zwischen Darmbakterien und dem Krebswachstum in der Leber entdeckt. Nach den in Science (2018; 360: eaan5931)
Studie: Darmbakterien beeinflussen Tumorabwehr in der Leber
22. Dezember 2017
Hamburg – Erste Geräte sind in Klinken bereits im Einsatz, die sich in die Kategorie künstliche Intelligenz (KI) einordnen lassen. Dazu zählt ein KI-System, das die Radiotherapie von Lebertumoren
„Unter vielen ärztlichen Kollegen gibt es skeptische Stimmen und fehlendes Vertrauen“
26. Oktober 2017
Singapur – Aristolochiasäuren in chinesischen Heilkräutern, die trotz Verbots in vielen Ländern im Internet gehandelt werden, sind möglicherweise in Taiwan und anderen ostasiatischen Ländern eine
Aristolochiasäuren in Naturheilmitteln häufige Ursache von Leberkrebs in Asien
13. September 2017
Heidelberg/Zürich – Die hohe Regenerationsfähigkeit der Leber erhöht bei chronischen Entzündungen die Gefahr einer Krebsentstehung. Dabei spielt nach neuen Studienexperimenten in Cancer Cell (2017;
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER