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Medizin

Notfallperforation: Stent mit Folie kann Koronarien abdichten

Dienstag, 18. September 2018

Stent „PK Papyrus“ /Biotronik

Silver Spring/Maryland – Die Perforation einer Koronararterie ist eine seltene, aber lebensgefährliche Komplikation von Herzkatheteruntersuchungen. Eine Studie der US-Arzneimittelbehörde FDA zeigt, dass ein mit einer Folie bespannter Stent die Leckage erfolgreich abdecken kann.

Perforationen der Koronarien sind eine seltene, aber gefürchtete Komplikation einer perkutanen koronaren Intervention (PCI). Das Blut, das den Herzmuskel versorgen soll, dringt über die Leckage in den Herzbeutel, was innerhalb kurzer Zeit zu einer Herztamponade führt. Konventionelle Stents, die aus einem Maschendraht mit zahlreichen Öffnungen bestehen, können das Gefäß nicht abdichten. Die Kardiologen können jedoch auf sogenannte „gecoverte“ Stents zurückgreifen. Sie sind von außen von einer Kunststoffmembran umgeben, die für Flüssigkeiten undurchlässig sind.

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Der Hersteller Biotronik aus Berlin hat einen Stent entwickelt, der mit einer dünnen Polyurethanmembran umgeben ist. Der „PK Papyrus“ ist seit 2013 in Europa über das CE-Verfahren erhältlich, das keine klinischen Nachweise erfordert. Jetzt wurde der Stent auch in den USA zugelassen. Da eine randomisierte Studie aus ethischen Gründen kaum vorstellbar ist, begnügte sich die FDA mit der Analyse von 80 Patienten, bei denen der Stent in klinischen Notfällen eingesetzt wurde. Bei 76 der 80 Patienten gelang es den Kardiologen, den Stent an der Perforationsstelle zu platzieren. Bei 73 Patienten wurde das Koronargefäß erfolgreich versiegelt.

Eine Erfolgsgarantie gibt es allerdings nicht. 2 Patienten verstarben noch während der PCI. Bei 7 weiteren Patienten musste ein Perikarderguss entfernt werden. In der Klinik starben später 5 Patienten, bei denen die Perforationen zunächst erfolgreich mit dem Stent verschlossen worden waren, sowie 1 weiterer Patient, bei dem dies nicht gelungen war. © rme/aerzteblatt.de

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