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Politik

Barmer plant telemedizinische Angebote für pädiatrische Erkrankungen

Dienstag, 18. September 2018

/Ulia Koltyrina, stockadobecom

Berlin – Die Krankenkasse Barmer will zur besseren Versorgung von Kindern und Jugendlichen eine App und eine Videosprechstunde einführen. Das teilte die Kasse heute in Berlin mit. 

Die App soll demnach die Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit Asthma und Rheuma sowie von Schreibabys unterstützen. So könnten etwa Krankheitswerte oder Schlafprotokolle mit dem Smartphone erfasst und direkt an den Kinderarzt übermittelt werden.

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Die Krankenkasse entwickelt die neuen Anwendungen auf Basis ihres sogenannten Kinder- und Jugendprogramms.  Dieses Programm besteht zusammen mit dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) seit dem Jahr 2008. 

Aktuell sind laut Barmer rund 580.000 Kinder und Jugendliche in das Programm eingeschrieben. Auch bei den Kinder- und Jugendärzten stößt das Programm auf große Resonanz. Bundesweit nehmen rund 5.800 Pädiater daran teil. Das sind 92 Prozent aller ambulant tätigen Kinder- und Jugendärzte. „Der BVKJ entwickelte ein komplett neues Vorsorgesystem mit modernen Untersuchungs- und Beratungsinhalten, mit denen Pädiater nicht nur körperliche, sondern auch psychische und soziale Entwicklungsauffälligkeiten feststellen und Entwicklungsrisiken wie mangelnde Bewegung, ungesunde Ernährung oder übermäßigen Medienkonsum identifizieren können“, sagte der BVKJ-Präsident Thomas Fischbach heute in Berlin.

Bereits seit dem Jahr 2016 verfügt das Kinder- und Jugendprogramm der Kasse über ein telemedizinisches Konsiliararztsystems „PädExpert“, mit dem Kinder- und Jugendärzte sich online mit Experten zu Diagnostik und Therapie austauschen können.

Ab Januar 2019 startet die App „PädAssist“. An Asthma oder Rheuma erkrankte Kinder und Jugendliche zwischen vier und 17 Jahren sowie deren Eltern können bestimmte Krankheitswerte direkt in ihr Smartphone eingeben und an den behandelnden Pädiater übermitteln. Außerdem werden Eltern von Schreibabys unterstützt. „Die Medizin wird zunehmend digital. Der Barmervertrag hilft uns, die Möglichkeiten der Digitalisierung für unsere Patienten zu nutzen, zum Beispiel um schneller und einfacher mit unseren Patienten und ihren Eltern zu kommunizieren“, betonte Fischbach.

Ergänzt wird „PädAssist“ im kommenden Jahr durch die Möglichkeit von Online-Videosprechstunden. Das neue Angebot namens „PädHome“ adressiert die gleiche Patientengruppe wie die App. Vorher muss das Angebot aber noch gemäß der Vorgaben des Bundesmantelvertrages Ärzte für Online-Sprechstunden zertifiziert werden. „PädAssist“ und „PädHome“ werden zunächst in den Pilotregionen Nordrhein-Westfalen und Bayern getestet mit dem Ziel, sie nach erfolgreicher Testphase bundesweit auszurollen.

„Das Kinder- und Jugend-Programm zeigt eindrucksvoll, dass es Krankenkassen und Ärzten gemeinsam gelingt, die medizinische Versorgung so weiterzuentwickeln, dass die Menschen möglichst früh von sinnvollen Innovationen profitieren. Es leistet einen wichtigen Beitrag, die Gesundheitsversorgung der Kinder- und Jugendlichen nachhaltig zu verbessern“, sagte Mani Rafii, Vorstandsmitglied der Barmer. © hil/aerzteblatt.de

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