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Politik

Weniger Kinder und Jugendliche sind psychisch auffällig

Mittwoch, 19. September 2018

/dpa

Berlin – Weniger Kinder und Jugendliche als noch vor zehn Jahren sind psychisch auffällig. Die häufigste Störung bleibt die Hyperaktivitätsstörung ADHS, wie aus einer Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland des Berliner Robert-Koch-Instituts hervorgeht. 16,9 Prozent aller Kinder und Jugendlichen sind demnach psychisch auffällig, ein Rückgang um 3,1 Prozent im Zehnjahresvergleich.

Grund dafür sind laut Studie mehr Bemühungen in der Gesund­heits­förder­ung. Mit 4,4 Prozent ist die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung ADHS die häufigste Erkrankung (minus ein Prozent). Bei Kindern aus ärmeren Familien kommen psychische Auffälligkeiten häufiger vor.

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Weitere Themen der Studie sind Allergien und Unfallverletzungen. In beiden Bereichen gab es im Vergleichszeitraum kaum Veränderungen. Heuschnupfen, Asthma und Neurodermitis sind die häufigsten Allergien. Mehr als jedes sechste Kind ist von mindestens einer von ihnen betroffen. Zudem musste jeder fünfte Junge innerhalb eines Jahres wegen eines Unfalls ärztlich behandelt werden (19,4 Prozent). Mädchen waren etwas seltener betroffen (15,2 Prozent).

Die Daten zur Langzeitstudie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland wurden zwischen 2014 und 2017 erhoben. Vergleichszeitraum für die Analyse war eine Basiserhebung von 2003 bis 2006. © dpa/aerzteblatt.de

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Ambush
am Freitag, 21. September 2018, 08:48

ADHS bei Mädchen , Frauen und Erwachsenen immer noch deutlich unterdiagnostiziert

Bei einem Geschlechterverhältnis von in Wahrheit 1:1 und bei einer Persistenz ins Erwachsenenalter von zumindest einer Restsymptomatik bei quasi 100% (ADHS verschwindet nicht einfach mit dem 18. Geburtstag) ist ADHS in Deutschland insgesamt immer noch klar unterdiagnostiziert. 10% der Gesamtbevölkerung, die zumindest phasenweise professioneller Unterstützung bezüglich ADHS bedürfen, das kommt viel eher hin als diese 4,4 % (bei den darin verwendeten diagnostischen "Messmethoden" , also Elternbefragungen, fallen die unauffälligen Mädchen natürlich wieder unter den Tisch).

ADHS ist deshalb so häufig, weil die ADHS verursachenden Gene evolutionär gesehen nicht nur Mist , sondern auch positive Aspekte , Stärken und Vorteile verursachen. ADHS als eine solche je nach Schweregrad Störung , Konstitution oder Persönlichkeitsvariante hat deshalb diese hohe Prävalenz – vergleiche dazu Prävalenz von ADHS in Deutschland von in Wahrheit etwa 8% bis 10% mit Autismus-Spektrum-Störungen mit Prävalenz von 1% bis maximal 2%. Ohne die Berücksichtigung der evolutionären Anthropologie psychischer Störungen wird man auch die jeweiligen teils gravierend unterschiedlichen Prävalenzen der verschiedenen Hirnentwicklungsstörungen (eben ADHS , Autismus aber auch Schizophrenie und Bipolare Störung und Unipolare Endogene Depression) nicht verstehen können.

Das Thema Evolution und ADHS fassen folgende Sätze des deutschlandweit führenden Genetikers (und auch einer der weltweit führenden Genetiker) zu ADHS Prof. Klaus-Peter Lesch von der Psychiatrie der Uniklinik Würzburg zusammen:”…Früher vermuteten die Forscher, einige wenige Gene würden ADHS auslösen; doch das trifft, wenn überhaupt, nur auf ganz wenige Familien zu. Für die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung gilt: Vermutlich sind es 500 bis 1000 Gene, die einen – jeweils minimalen – Einfluss auf das Temperament und die Konzentrationsfähigkeit des Menschen haben. Diese sind mithin auch keine Krankheitsgene, vielmehr gehören sie zur natürlichen Ausstattung des Menschen. “ADHS ist ein Extrem einer Persönlichkeitsvariante, das zunächst einmal gar keinen Krankheitswert besitzt”, bestätigt auch Klaus-Peter Lesch. Diese milden Ausprägungsformen von ADHS seien in einem Fünftel der Bevölkerung vorhanden und hätten sich im Laufe der Evolution des Homo sapiens immer wieder als vorteilhaft durchgesetzt. Lesch: “Der hohe Energiepegel, der Enthusiasmus, sich mit einer Sache auseinanderzusetzen, die große Kreativität, die Fähigkeit zum Querdenken und der Gerechtigkeitssinn – all das sind Ressourcen, die für unsere Gesellschaft wichtig sind.” zu finden in dem Artikel des ADHS-Gegners Jörg Blech im Spiegel: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-99311928.html

Man muss ansonsten nur durch die Straßen einer durchschnittlichen deutschen Stadt laufen und es werden einem jeden Tag Personen mit ADHS über den Weg laufen, um zu erkennen, dass bei Person X ADHS vorliegt, da braucht es aber oftmals schon ein gewisses Gespür, was man vollumfänglich nur als selbst mit ADHS Betroffener hat. Man kann sehr wohl “spüren” , wenn das Gegenüber auch ADHS hat (Stichwort Wesensverwandschaft) und mit ADHS Betroffene erkennen sich untereinander so wie in China ein Deutscher einen anderen Deutschen erkennt, am Habitus und an der Persönlichkeit . Jemand, der kein ADHS hat, der muss all das rein kognitiv kompensieren , allein schon aus diesem Grund besteht der harte Kern an ADHS-Therapeuten in Deutschland und weltweit überwiegend aus selbst mit ADHS betroffenen Ärzten , Psychotherapeuten etc. und man ist, so unfair das auch sein mag, als Nicht-Betroffener schon deswegen ein ADHS-Therapeut 2. Klasse.

was geographische und ethnische Häufungen von ADHS angeht , über jahrhunderte eher nomadisch lebende Gesellschaften als evolutionärer Selektionsvorteil für ADHS und ADHS-Gene , so eben die nomadischen und halbnomadischen Lebensweisen in Saudi Arabien bis vor ca. 80 Jahren noch ... "nomadisch" und ADHS und evolutionär bedingte ethnische Häufungen von ADHS , ich sag nur Duisburg und Mülltrennung ... und ne, man ist deswegen noch lange kein Rassist, wäre es mal wert, dass wissenschaftlich valide zu untersuchen...

Natürlich ist ADHS nicht Alles-oder-Nichts, sondern eine dimensionale wie auch eine kategoriale Angelegenheit, d.h. es gibt ganz leichte und ganz schwere Fälle und es gibt auch bei ca. gleichem Schweregrad Unterschiede auch in der Neurobiologie. Zudem KÖNNEN (nicht müssen) FAST alle anderen Störungen der Psychiatrie bei ADHS als Komorbidität vorkommen. Z.B. wird geschätzt, dass mehr als 1/3 der Patienten mit Schizoaffektiver Störung / Schizophrenie ebenfalls ADHS hat, bei Depression, “Burnout”, Borderline, Alkoholismus, Bipolare Störung ( Kurt Cobain hatte Bipolare Störung und parallel dazu ADHS ) etc. ist es ähnlich.
Der angeborene Part bei den multifaktoriellen Erklärungsmodellen zur Pathogenese Psychischer Erkrankungen geht auch mehr und mehr zu den Hirnentwicklungsstörungen und ADHS ist die mit Abstand häufigste Hirnentwicklungsstörung aufgrund der evolutionären Vorteile, die ADHS-Gene bzw. mitunter auch phänotypisch manifestes ADHS haben können.
Zur überlappenden Genetik der verschiedenen Hirnentwicklungsstörungen gab es aktuell eine vielbeachtete Publikation:
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29930110
bzw. hier ein Teil der journalistischen Berichterstattung darüber:
https://www.spektrum.de/news/psychische-stoerungen-sind-teils-eng-verwandt/1572184
der quantitative Champion unter diesen Hirnentwicklungsstörungen ist jedoch ADHS , eben aufgrund der evolutionären Vorteile , die mit ADHS-Genen bzw. mit etwas weniger auch phänotypisch manifestem ADHS einhergehen.


Der evolutive Vorteil von ADHS-Genen ist im Ausmaß abhängig von den Umweltbedingungen. So gibt es Länder, Ethnien und Kulturen, die ADHS-Gene und ADHS evolutiv begünstigen (während andere es entsprechend benachteiligen). So erklären sich auch die in Wahrheit weltweit deutlich unterschiedlichen Prävalenzen von ADHS, die macherorts wahrscheinlich ein Mehrfaches der bis zu 10% in Deutschland erreichen. Zusätzlich zum Faktor evolutive Selektion kommt dann bei den ADHS-Prävalenzen noch der Faktor geographische Isolation hinzu, so auch betrffend wahrscheinlich die Inseln bzw. Inselgruppen Island, Kreta und Japan .
Dass die Umweltbedingungen des 21. Jahrhunderts ADHS verstärkt von der Latenz in den sichtbaren Bereich rücken, versteht sich ebenfalls.
So viel zur Evolutionären Anthropologie der ADHS.
Was die Akzeptanz von ADHS erschwert, ist der sperrige Begriff aus 4 Großbuchstaben. Der Begriff “Autismus” (hier noch erwähnenswert: bis zu ca. 50% der Patienten mit Asperger sollen ebenfalls ADHS haben) z.B. ist viel weniger sperrig und flüssiger.
Es wird mitunter von ADHS-Gegnern diverser Couleur argumentiert, dass sich hinter ADHS diverse andere Psychische Störungen verbergen können und es ADHS somit quasi gar nicht gäbe. Die Wahrheit ist viel eher: Hinter FAST allen anderen Diagnosen in der Psychiatrie KANN sich ADHS als kausale oder komorbide Störung verbergen. So auch z.B. die Prognose von Russel Barkley , dem weltweit renommiertesten Wissenschaftler zu ADHS , dass sich das ADHS-Spektrum irgendwann einmal als das zentrale Thema in der Psychiatrie insgesamt herausstellen wird.
Wenn nun argumentiert wird: “Patient X kann gar kein ADHS haben, der will nur Stoff zum Hirndoping” , so sei auf die hiermit ausgeführte hohe Relevanz von ADHS auch gerade quantitativ verwiesen.

zur Häufigkeit von verkapptem ADHS in der Allgemeinpsychiatrie :
Zuletzt gab es eine “bemerkenswerte” Studie über die Häufigkeit von ADHS in der Allgemeinpsychiatrie mit Prof. Arno Deister (Präsident der DGPPN und damit ein absolutes Schwergewicht) als Co-Autor http://news.doccheck.com/de/blog/post/8424-59-prozent-von-patienten-der-allgemeinpsychiatrie-haben-adhs/ das Erbenis dieser Studie mit in dem Fall 59% ADHS in der Allgemeinpsychiatrie ist so brachial , dass die möglichen Konsequenzen vielleicht noch gar nicht durchgedrungen sind.
Mal angenommen, diese Studie mit 59% verkapptem ADHS in der Allgemeinpsychiatrie stimmt, das bedeutet, dass seit Anbeginn der modernen Geschichte der Psychiatrie die entsprechendne Patienten nur in ihren Begleit- und Folgeerkrankungen aber nicht ursächlich in ihrem ADHS therapiert wurden. Was das für die persönlichen Schicksale aber auch für die volkswirtschaftlichen Kosten bedeutet, dürfte ebendalls in Quantität und Qualität brachial sein. Wie prognostiziert doch Russel Barkley , der weltweit renommierteste Wissenschaftler bezüglich ADHS, wonach ADHS sich irgendwann einmal als das “zentrale Thema in der Psychiatrie insgesamt herausstellen wird”.


Hier die Studie: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/?term=deister+adhd
das Ergebnis war für viele Leute in der ADHS-Community nicht mal überraschend, von selbst betroffenen Fachleuten wird seit über 30 Jahren auf die extrem hohe Dichte an verkapptem ADHS in der Psychiatrie hingewiesen , und wenn dann mehr und mehr prominente Fälle von ADHS wie “Naddel” , Hirschhausen https://www.stern.de/gesundheit/gesund-leben/eckart-von-hirschhausen/eckart-von-hirschhausen–humor-ist–wenn-man-spaeter-kommt-3808736.html und viele bisher nicht öffentliche Fälle (einer macht gerade Schlagzeilen mit seiner Privatinsolvenz) an die Oberfläche treten, dann lässt das erahnen, dass da quantitativ noch viel mehr sein muss. 10% in Deutschland bei einem Geschlechterverhältnis von in Wahrheit 1:1 (die betroffenen PatientINNEN kommen dann zum Psychiater wegen Depression, Angststörungen, Borderline, Essstörungen usw. nach dem zugrunde liegenden ADHS , das hat der Psychiater meist nicht auf dem Schirm) https://www.refinery29.de/2017/04/151067/mein-recht-auf-adhs
https://www.youtube.com/watch?v=HJ8BBUiwjVc
und die leichtgradigen Fälle miteinbezogen bei einer Persistenz einer zumindest Restsymptomatik von quasi 100% an der Gesamtbevölkerung , das ist auch ein “Markt” , den auch seit einiger Zeit der Journalismus entdeckt hat.
LNS

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