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Öffentliche Krankenhäuser laut Studie häufig sanierungsbedürftig

Mittwoch, 19. September 2018

/dpa

Berlin – Die öffentlichen Krankenhäuser in Deutschland sind häufig stark sanierungs­bedürftig. Sie müssen stark investieren, um einen Modernisierungsstau bei Gebäuden und Anlagen aufzuholen. Das sind Ergebnisse einer Benchmark-Analyse der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC, die die Kennzahlen von mehr als 100 deutschen Krankenhäusern bundesweit für das Jahr 2017 ausgewertet hat.

„Viele der Krankenhäuser haben eine veraltete Bausubstanz. Moderne Gebäude und eine zeitgemäße Ausstattung sind ein wichtiger Schritt im Kampf um den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit. Die freigemeinnützigen Häuser haben diesen Investitionsbedarf früher erkannt und konnten notwendige Modernisierungen bereits abschließen“, erläutert Michael Burkhart, Leiter des Bereichs Gesundheitswirtschaft bei PwC.

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Zu lange gewartet

Die öffentlichen Krankenhäuser hätten notwendige Investitionen in ihre Gebäude und Anlagen hingegen häufig lange hinausgezögert. So habe sich über die vergangenen Jahre ein Investitionsstau von etwa zehn Milliarden Euro bei den Krankenhäusern gebildet – Investitionen in moderne Computersysteme nicht eingerechnet. „Es muss sich nun zeigen, ob die Modernisierungsmaßnahmen ausreichen, mit denen öffentliche Krankenhäuser nachziehen“, so Burkhart.

Die PwC-Berater kritisieren auch die Wirtschaftsführung in den öffentlichen Häusern. Ihre Analyse zeige, dass öffentliche Krankenhäuser seit Jahren einen überdurchschnitt­lich hohen Anteil ihrer Gelder für Personal und Material aufbringen müssten, sodass nur noch wenig Mittel für andere Ausgaben wie Instandhaltung oder die Finanzierung von Investitionen blieben: Während die Material- und Personalaufwandsquote bei Häusern in privater Trägerschaft bei 83 Prozent des Umsatzes liege, wendeten öffentliche Krankenhäuser 91 Prozent ihrer Mittel auf. Bei freigemeinnützigen Häusern liege dieser Wert bei 86 Prozent. „In diesem Punkt zeigt sich, dass öffentliche Krankenhäuser angesichts des hohen Kostendrucks in der Branche ihre Prozesse noch weiter optimieren und insgesamt effizienter arbeiten müssen“, kommentiert Burkhart.

Er empfiehlt den Kliniken auch, offene Forderungen schneller eintreiben. Öffentliche Häuser benötigten im Schnitt 58 Tage, bis sie ihre Auslagen wieder in der Kasse hätten. „Deutlich besser ist das Cash-Management bei den privaten (41 Tage) und freigemein­nützigen Krankenhäusern (42 Tage)“, so PwC. © hil/aerzteblatt.de

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