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Unfallchirurgen und Geriater warnen vor Sturzgefahr im Alter

Mittwoch, 19. September 2018

/dpa

Berlin – Ab dem 50. Lebensjahr nehmen Balance, Muskelkraft, Ausdauer und Beweglichkeit ab, sodass mit zunehmendem Alter das Risiko steigt, zu stürzen und sich dabei zu verletzen. In Deutschland werden jährlich mehr als 400.000 ältere Menschen nach einem Sturz im Krankenhaus behandelt, häufig wegen einer Hüftfraktur. Darauf haben die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) und die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG) hingewiesen. Die Fachgesellschaften empfehlen Senioren, Kraft und Balance zu trainieren und so der Sturzgefahr entgegenzuwirken.

„Die häufigsten Ursachen sind eine schwache Muskulatur und Probleme mit der Balance. Aber auch Seh- und Höreinschränkungen oder Medikamente, die die Reaktionsfähigkeit einschränken, tragen dazu bei“, sagt der DGU-Präsident Joachim Windolf, Direktor der Klinik für Unfall- und Handchirurgie der Universitätsklinik Düsseldorf. 

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Um Verletzungen durch Stürze zu vermeiden, ist es wichtig, auch im Alter eine gute körperliche Fitness zu erhalten. „Schon mit einem einfachen Gleichgewichts- und Krafttraining kann die Sturzgefahr erheblich gemindert werden“, erklärt Clemens Becker, Chefarzt der Abteilung für Geriatrie und Klinik für Geriatrische Rehabilitation des Robert-Bosch-Krankenhauses Stuttgart und Leiter der Bundesinitiative Sturzprävention.

Generell ist laut DGU und DGG jede Art von Aktivität und Bewegung sinnvoll, auch wenn es sich dabei nicht um ein spezielles Training handelt. „Entscheidend ist es, aktiv zu bleiben“, betont Ulrich Liener, Leiter der DGU-Arbeitsgemeinschaft Alterstraumatolo­gie und Leiter der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie Marienhospital Stuttgart. Die Fachgesellschaften empfehlen, ein Kraft- und Balancetraining mindestens zwei-oder dreimal pro Woche durchzuführen, allein oder in der Gruppe.

Empfehlenswert seien auch regelmäßige Bewegung im Alltag, zum Beispiel Spazierengehen und Wandern, Treppensteigen, Tanzen gehen, Balanceübungen – zum Beispiel auf einem Bein stehend die Zähne putzen – und tägliche Kraftübungen. © hil/aerzteblatt.de

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