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Dresdener Zentrum will Überlebensrate von Sepsispatienten erhöhen

Donnerstag, 20. September 2018

/Kateryna_Kon, stock.adobe.com

Dresden – Die Überlebensrate von Sepsispatienten erhöhen und die Lebensqualität der Betroffenen verbessern wollen das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden und die Klinik Bavaria Kreischa mit einem neuen „Comprehensive Sepsis Center“. 

Im Vorfeld haben Spezialisten verschiedener Fachrichtungen einen Behandlungspfad entwickelt, der alle Versorgungsphasen umfasst – von der intensivmedizinischen Akutbehandlung über die verschiedenen Phasen der Rehabilitation bis zur ambulanten Nachsorge. Von dieser Form einer koordinierten Patientenversorgung, die telemedizinisch unterstützt wird, sollen die Betroffenen und deren Angehörigen profitieren. Die Initiatoren des Zentrums erwarten sich eine kürzere Aufenthaltsdauer in Akut- und Rehaklinik und weniger stationäre Wiederaufnahmen. 

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In Deutschland erleiden jährlich rund 150.000 Menschen eine Sepsis – mit steigender Tendenz bei Schweregrad und Gesamtanzahl. In mehr als einem Drittel der Fälle sterben die Patienten an der schweren Infektion selbst oder an deren Folgen. 

„Auch nach überstandener Sepsis ist es für Ärzte, Therapeuten und Pflegende eine große Herausforderung, den Betroffenen den Weg zurück zu einem selbstbestimmten Leben zu ebnen“, hieß es aus Dresden. Viele Patienten müssten sich alltägliche Dinge wie Gehen, Schlucken oder Sprechen neu aneignen. Halbjährige Aufenthalte in Rehakliniken seien dabei keine Seltenheit.

Dem von der Klinik Bavaria und dem Dresdner Uniklinikum gegründeten Comprehensive Sepsis Center geht es nach eigenen Angaben darum, die einzelnen Behandlungsschritte umfassend miteinander zur verzahnen. „Mit dem Comprehensive Sepsis Center entsteht ein übergreifendes Zentrum für wissenschaftliche und medizinische Kompetenz, auf deren Grundlage sich die Krankenversorgung auch regional verbessern lässt. Unser mittelfristiges Ziel ist es, durch Kooperationen mit Krankenhäusern der Region die Grundversorgung in der Fläche kontinuierlich zu optimieren“, sagte Thea Koch. Die Direktorin der Klinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie des Universitätsklinikums Dresden verantwortet gemeinsam mit Ulf Bodechtel vom Zentrum für fachübergreifende Intensivmedizin und Weaning, Akutrehabilitation und Rehabilitation der Klinik Bavaria das neue Sepsiszentrum.

Die Versorgung von Sepsispatienten in Deutschland steht in der Kritik. Erst vor wenigen Tagen haben die Sepsisstiftung und das Aktionsbündnis Patentensicherheit (APS) ihre Forderung nach einem nationalen Sepsisplan erneuert. „Für ein Land, das bei der Zahl der Krankenhaus- und Intensivbetten weltweit Spitzenplätze einnimmt und in dem die Zahl der jährlichen Arztbesuche laut OECD-Angaben doppelt so hoch ist wie in England oder in den USA, wirft die vergleichsweise hohe Sepsisterblichkeit erhebliche Fragen zur Qualität unseres Gesundheitswesen auf, das von Gesundheits­politikern stets als eines der besten der Welt bezeichnet wird“, sagte der Vorstands­vorsitzende der Sepsisstiftung, Konrad Reinhart. © hil/aerzteblatt.de

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