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Medizin

Todesfälle an Durchfall­erkrankungen bei Kindern in Afrika ein regionales Problem

Donnerstag, 20. September 2018

/dpa

Seattle – Obwohl Durchfallerkrankungen in den ersten Lebensjahren heute gut behandelt werden können, sind sie mit jährlich 330.000 Opfern die dritthäufigste Todesursache von kleinen Kindern in Afrika. Eine Studie im New England Journal of Medicine (2018; 379: 1128–1138) zeigt nun, dass die Hälfte aller tödlichen Durchfall­erkrankungen in den ersten Lebensjahren auf 7 % der Regionen Afrikas entfällt. Gezielte Maßnahmen haben in einigen Ländern in den letzten Jahren große Erfolge erzielt.

Durchfallerkrankungen haben in den erstem Lebensjahren meist infektiöse Ursachen. Sie lassen sich durch sauberes Trinkwasser, sanitäre Einrichtungen und Lebensmittel­hygiene meist vermeiden. Von den eingeführten Impfungen gegen Rotaviren wird ebenfalls eine Reduktion der Erkrankungen erwartet. Das Leben von erkrankten Kinder kann durch orale Rehydrationstherapien oder Antibiotika gerettet werden.

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In vielen Teilen Afrikas wurden in den letzten Jahren Fortschritte gemacht. Wie Robert Reiner vom Institute for Health Metrics and Evaluation in Seattle in einer von der Bill and Melinda Gates Foundation geförderten Untersuchung berichtet, ist die Kinder­sterblichkeit durch Durchfallerkrankungen beispielsweise in Timbuktu/Mali seit dem Jahr 2000 von 19,25 auf 4,08 pro 1.000 Kinder zurückgegangen.

Auch in Angola und Niger hat sich die Situation deutlich verbessert. Im Tschad konnte die Zahl der Todesfälle an Durchfallerkrankungen dagegen nicht gesenkt werden. In Nigeria gibt es große Unterschiede zwischen dem Norden und dem Süden des Landes. In der Bayelsa-Region im Niger-Delta starben 2015 nur noch 1,6 von 1.000 Kindern unter 6 Jahren an Durchfallerkrankungen, in der Yobe-Region im Norden des Landes waren es mit 9,5 pro 1.000 Kinder 6-mal so viele.

Die Forscher haben mit einer Auflösung von 5 km2 Zahlen zur Inzidenz und zur Sterblichkeit für den gesamten Kontinent ermittelt und dabei große regionale Unterschiede festgestellt: Mehr als die Hälfte aller durch Durchfälle verursachten Todesfälle entfielen auf 55 von 782 Verwaltungseinheiten (7 %). Es handelt sich vor allem um dichtbevölkerte Regionen des Kontinents,  in denen 35 % der Gesamt­bevölkerung Afrikas leben.

Die Studienergebnisse könnten es den Entwicklungsorganisationen ermöglichen, die Hilfe besser auf jene Regionen des Kontinents zu konzentrieren, in denen die Not am größten ist, hofft Reiner. © rme/aerzteblatt.de

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