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Medizin

Mundflora zeigt Adipositasrisiko bei kleinen Kindern an

Donnerstag, 20. September 2018

/luckybusiness, stockadobecom

State College/Pennsylvania – Eine starke Gewichtszunahme in den ersten beiden Lebensjahren geht laut einer Studie in Scientific Reports (2018; 8: 14030) mit einer Veränderung der Mundflora einher. Ein Mundabstrich könnte eine Früherkennung der Adipositas ermöglichen.

In den USA ist bereits jedes dritte Kind übergewichtig oder fettleibig. Die Gewichts­probleme beginnen häufig bereits in den ersten Lebensjahren. Die INSIGHT-Studie, deren Ergebnisse kürzlich im Amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2018; 320: 461–468) veröffentlicht wurden, hat gezeigt, dass ein „Responsive parenting“-Programm, bei dem die Mütter von einer Krankenschwester betreut werden, der Entwicklung von Übergewicht oder Adipositas wenigstens teilweise vorbeugen kann.

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Im Rahmen der Studie waren bei den 226 Kindern in den ersten 2 Lebensjahren 7-mal Mundabstriche und Stuhlproben untersucht worden. Das Team um Kateryna Makova von der Penn State University in State College/Pennsylvania wollte herausfinden, welchen Einfluss die Mundflora der Mutter auf die Entwicklung des Mikrobioms der Kinder hat und ob sich dies auf die Gewichtsentwicklung auswirkt.

Ergebnis: Bei den Kindern, die in den ersten beiden Lebensjahren stark zugenommen hatten, war die Diversität der Darmflora vermindert. Außerdem kam es zu einer Zunahme von Firmicutes (F) und einer Abnahme von Bacteroidetes (B), 2 der häufigsten Bakteriengruppen im menschlichen Mikrobiom. 

Ein Rückgang der Bakterienvielfalt und ein erhöhter F/B-Quotient sind auch bei erwachsenen Menschen häufig mit einer Adipositas assoziiert. Dort wurden die Untersuchungen jedoch meistens an Stuhlproben vorgenommen. Die US-Forscher können jetzt zeigen, dass auch ein Mundabstrich genutzt werden kann, um die Anfälligkeit für eine Adipositas zu ermitteln. 

Die Veränderungen traten bei den Kleinkindern in der Mundschleimhaut früher auf als im Darm. Dies erscheint plausibel zu sein, da die Besiedlung des Darms mit Bakterien durch eine orale Aufnahme erfolgt. Die ersten Bakterien erhält das Neugeborene bei der Passage durch den Geburtskanal (vielleicht auch schon früher intrauterin) von der Mutter. Dies erklärt, warum das Mikrobiom bei den Kleinkindern Ähnlichkeit mit dem mütterlichen Mikrobiom aufwies. © rme/aerzteblatt.de

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