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Drei Millionen Todesfälle jährlich durch Alkohol

Freitag, 21. September 2018

/papermoonstudio, stock.adobe.com

Genf – Jeder 20. Todesfall geht auf Alkohol zurück. Laut einem heute veröffentlichten Bericht der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) sterben jedes Jahr rund drei Millionen Menschen weltweit durch Alkoholkonsum – das sind mehr als durch Aids, Gewalt und Verkehrsunfälle zusammen. Am stärksten betroffen sind Männer – sie machen drei Viertel der alkoholbedingten Todesfälle aus.

„Viel zu viele Menschen, ihre Familien und Gemeinden leiden unter den Folgen des Alkoholmissbrauchs in Form von Gewalt, Verletzungen, psychischen Problemen und Krankheiten wie Krebs und Schlaganfall“, erklärte WHO-Direktor Tedros Adhanom Ghebreyesus. Es sei an der Zeit zu handeln.

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Die WHO bringt rund 200 Krankheiten mit Alkoholkonsum in Verbindung, darunter Leberzirrhose und einige Krebsarten. In dem 500-seitigen Bericht heißt es zudem, Alkoholkonsum mache Menschen anfälliger für Krankheiten wie Tuberkulose, HIV und Lungenentzündungen.

Die drei Millionen durch Alkohol verursachten Todesfälle, die 2016 registriert wurden, entsprechen 5,3 Prozent aller Todesfälle des Jahres. Im selben Zeitraum wurden 2,5 Prozent der weltweiten Todesfälle durch Verkehrsunfälle verursacht, 1,8 Prozent durch Aids und 0,8 Prozent durch Gewalt.

Insgesamt gebe es „positive Tendenzen“, denn die Zahl der alkoholbedingten Todesfälle sei in den vergangenen Jahren zurückgegangen, bemerkte die WHO. So wurden 2012 noch 3,3 Millionen Todesfälle auf Alkohol zurückgeführt. Aber „die allgemeine Last von Krankheiten und Verletzungen, die durch Alkoholmissbrauch verursacht werden“, sei „inakzeptabel hoch“.

Laut WHO trinken 2,3 Milliarden Menschen weltweit Alkohol – in Amerika, Europa und im Westpazifik sind es mehr als die Hälfte der Einwohner. Europa weist die höchste Zahl der Alkoholkonsumenten auf, jedoch sank die Zahl im Vergleich zu 2010 um mehr als zehn Prozent. In drei Vierteln der europäischen Länder ging der Alkoholkonsum zurück, insbesondere in Russland, Moldau und Weißrussland.

Starker Rückgang des Alkoholkonsums in Russland

Einen „spektakulären“ Rückgang gab es laut WHO in Russland – dies sei auf die Umsetzung der WHO-Empfehlungen zurückzuführen, sagte der WHO-Vertreter Vladimir Poznyak. Dazu zähle die Einführung eines Mindestpreises für Wodka und das Verbot des Alkoholverkaufs in Tankstellen.

Mit Blick auf den weltweiten Alkoholkonsum rechnet die WHO mit einem Anstieg in den kommenden zehn Jahren, insbesondere in Südostasien, im Westpazifik und auf dem amerikanischen Kontinent. Damit einhergehen werde vermutlich auch ein Anstieg der alkoholbedingten Krankheiten und Todesfälle, warnte Poznyak. © afp/aerzteblatt.de

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Avatar #79783
Practicus
am Samstag, 29. September 2018, 22:34

Das Problem beim Alkohol

ist die Unkenntnis des Schadens, den auch geringe Mengen verursachen. Die massive Werbung, vor allem bei Sportereignissen, der öffentliche Konsum in den Medien... schon die Shopping-Queens bringen sich am Nachmittag mit Prosecco in Stimmung, während Zigaretten zurecht schonungslos vom Bildschirm vebannt wurden. Teamgeist im Fernsehen besteht aus Weingeist, die Protagonisten vieler Serien müssen eigentlich als Alkoholker qualifiziert werden, selbst Politiker bekennen sich zum Suff (Volker Kauder: "Drei Weißbier am Abend sind doch nichts"). Es ist bestens bekannt, dass höhere Preise, eingeschränkte Verfügbarkeit und eingeschränkte Konsummöglichkeiten den Alkoholkonsum reduzieren und vor Sucht schützen können. 40 tote Radfahrer im Jahr durch Abbiegeunfälle führen zu gesetzgeberischen Maßnahmen, 200 Alkoholtote pro Tag(!) werden stillschweigend hingenommen
Avatar #691359
Staphylococcus rex
am Samstag, 29. September 2018, 11:38

Die Dosis macht das Gift

Der Versuch der Staaten mittels Reglementierung den Missbrauch von Genuss- und Suchtmitteln einzudämmen ist sicher nur die zweitbeste Lösung. Die beste Lösung wäre die Selbstkontrolle des Konsums dieser Substanzen. Nun liegt es leider in der Natur der Sache, das beim Suchtverhalten Einschränkungen auftreten, Einschränkungen bei Selbstkontrolle, Selbstbeherrschung, Selbstreflektion. Gekoppelt ist dies mit einer ausgeprägten Realitätsverweigerung der Süchtigen. Mit dem Kontrollverlust über das eigene Verhalten geht der Kontrollverlust über die konsumierte Dosis einher. Und erst die Dosis macht aus einem Genussmittel eine schädliche Droge. Deshalb ist die staatliche Reglementierung dieser Substanzen zwar nicht das ideale, aber das einzige wenigstens halbwegs funktionierende Instrument, den Missbrauch dieser Substanzen einzuschränken.

Übrigens, der Versuch dieses Forum mit einer Unmasse an ewig gleichen Kurzkommentaren zu einer gefühlten Benachteiligung der Süchtigen zu fluten (sind 13 Kommentare innerhalb von 2 Stunden wirklich nötig?), hat ebenfalls Elemente eines Suchtverhaltens und sollte der Anlaß für eine STILLE Selbstreflektion der eigenen Motive sein.
Avatar #731292
cis2000
am Freitag, 28. September 2018, 23:05

Jeder 20. Todesfall geht auf Alkohol zurück

Man sollte wirklich Alkohol, Zigaretten und andere Genussmittel konsequent verbieten. Weg damit! Den Bürgern in den jeweiligen Staaten gebührt kein Spaß! Das Leben ist Nebensache, funktionieren ist heute angesagt!
LNS

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