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Weltkommission für Drogenpolitik: Staaten müssen Handel regulieren

Montag, 24. September 2018

/dpa

Mexiko-Stadt – Die Weltkommission für Drogenpolitik sieht eine Regulierung der Drogenmärkte als den effektivsten Weg, um die Probleme in den Griff zu bekommen. Die Politik müsse alle Aspekte des Handels mit Rauschgift kontrollieren und nicht teilweise in kriminellen Händen lassen, sagte die Präsidentin der internationalen Vereinigung, Ruth Dreifuss, anlässlich der Vorstellung des neuen Berichts der Kommission in Mexiko-Stadt. Ein Ende der Politik von Verboten sei ein absolut notwendiger Schritt, so Dreifuss, frühere Bundespräsidentin der Schweiz.

Es gebe Beispiele für Produkte, die ebenfalls eine Gefahr für die Konsumenten darstellten, wie etwa Alkohol oder Tabak, die allerdings vom Staat kontrolliert würden, so Dreifuss. „Es ist außergewöhnlich, dass Substanzen, die Drogen genannt werden, nicht unter staatlicher Kontrolle stehen.“ Der Bericht gebe den Ländern kein Patentrezept, um eine Regulierung umzusetzen, sagte Dreifuss. Er gebe den Regierungen aber die zu beantwortenden Fragen an die Hand, um das Problem anzugehen. So müssten die Länder beispielsweise nationale Dialoge einleiten, um einen gesamtgesellschaftlichen Weg zu finden.

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Die Weltkommission für Drogenpolitik wurde 2011 gegründet und hat derzeit 22 Mitglieder, darunter zwölf ehemalige Staats- oder Regierungschefs wie Helen Clark (Neuseeland), George Papandreou (Griechenland), Aleksander Kwasniewski (Polen). Auch der Literaturnobelpreisträger Mario Vargas Llosa und der Unternehmer Richard Branson sitzen in dem Gremium.

Nach dem Bericht konsumieren weltweit rund 250 Millionen Menschen illegale Drogen und setzen sich damit Risiken aus. Die Staaten müssten sich dieser Realität annehmen und effektive Regulierungsstrategien entwickeln. „Es gibt eine Nachfrage nach Drogen und wenn diese nicht mit legalen Mitteln befriedigt wird, wird sie vom illegalen Markt befriedigt werden“, heißt es in dem Papier.

Gebe es eine staatliche Kontrolle, sinke auch die Gefahr für Konsumenten, so der Bericht. Denn unter strengen Verboten hergestellte Rauschgifte seien in der Regel stärker in der Wirkung.

Der ehemalige kolumbianische Präsident César Gaviria machte eine klare Unter­scheidung zwischen der Regulierung und Legalisierung von Drogen. „Wir glauben an Regulierung, nicht an Legalisierung“, sagte Gaviria. Dies bedeute, dass der Staat Vorschriften für Produktion, Vertrieb und Verbrauch aufstelle und überprüfe, ob diese eingehalten werden. Eine dahingehende Politik müsse langsam aufgebaut werden, so Gaviria.

Unabhängig davon lud US-Präsident Donald Trump am Vortag des Auftakts der Generaldebatte der UN-Vollversammlung heute (ab 14.30 MESZ) zu einem hochrangigen Treffen gegen den weltweiten Drogenmissbrauch. Bei dem Treffen will Trump das Thema gemeinsam mit anderen Staats- und Regierungschefs auf die Tagesordnung setzen. Es solle um den Kampf gegen Drogenmissbrauch und -handel gehen, kündigte seine UN-Botschafterin Nikki Haley an. Rund 120 Teilnehmer haben sich angekündigt, auch ein Abschlussdokument soll es geben. © afp/aerzteblatt.de

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Avatar #79783
Practicus
am Montag, 24. September 2018, 23:54

Wurde auch Zeit!

Von 2010 dtiert der britische "Blueprint on Regulation", der diese Argumentation schn lange vorweg nahm.
Heroin aus der Apotheke kann man Jahrzehnte ohne Organschäden konsumieren - versuchen Sie das mal mit Alkohol!
Zuden verkauft der Schwarzmarkt an jeden, der zahlt, Alterskontollen finden nicht stat, 12-jährige Dealer und Kuriere sind Alltag.
Wenn sich Erwachsene mit Drogen zuknallen wollen, sollen sie den dafür notwendigen Stoff in gesicherter Qualität in regulierten Mengen zu vernünftigen Preisen kufen können... und Schwarzhandel außerhalb des "Systems" muss mit harten Strafen pönalisiert werden....
Avatar #725920
Syntaxie
am Montag, 24. September 2018, 22:12

Schlecht formuliert:

"Die Politik müsse alle Aspekte des Handels mit Rauschgift kontrollieren und nicht teilweise in kriminellen Händen lassen"

Denn so wird keine Änderung möglich.
Drogenfahnder bleiben weiterhin beste, aber nicht zahlende Kunden.
Sie sorgen für hohe Preise, Beschaffungkriminalität bei Schwerstabhängigen, Verknappung und Streckmittel, die oft schädlicher sind als die eigentliche Droge.
Ihre verachtenswerte Arbeit verteidigen sie dann auch noch mit dem schlußendlich heuchlerischen Gefasel von jahrelang beobachtetem Leid durch die Drogen. Wer mit gestrecktem Zeug dealt wird auch noch milder bestraft, womit zusätzlich nochmal indirekt Gesundheitsschäden durch Streckmittel begünstigt werden.

Gewöhnliche Diebe sind normalerweise nicht interessiert an der Vernichtung dessen was sie sich aneignen....
LNS

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