NewsAuslandMenschenrechtler fordern bessere Verbreitung der Gebärdensprache
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

Menschenrechtler fordern bessere Verbreitung der Gebärdensprache

Montag, 24. September 2018

/Photographee.eu, stockadobecom

New York – Menschenrechtler haben eine größere Verbreitung der Gebärdensprache weltweit gefordert. Damit könne das Recht gehörloser Menschen auf gesellschaftliche Teilhabe sowie auf Bildung und öffentliche Dienstleistungen umgesetzt werden, erklärte Human Rights Watch am Sonntag zum ersten internationalen „Tag der Gebärdensprache“. Dass die Vereinten Nationen diesen Tag ausgerufen hätten, sei ein symbolischer Sieg für die Betroffenen und deren Interessensvertretungen.

„Das Recht von Gehörlosen auf Zugang zu Schulen, medizinischer Behandlung oder Gerichten hängt von ihrer Möglichkeit ab, ihre eigene Sprache zu benutzen“, sagte Lea Labaki von Human Rights Watch. „Weltweit marginalisiert der Mangel an Informationen in Gebärdensprache Gehörlose und behindert ihren Zugang zu Dienstleistungen.“

Anzeige

Gehörlose Kindern und Jugendlichen wird Ausbildung verweigert 

Insbesondere lenkt die Organisation den Blick auf betroffene Kinder. „Weltweit wird gehörlosen Kindern und Jugendlichen oft eine Ausbildung verweigert, auch in Gebärdensprache“, beklagte Labaki. Es fehle an entsprechend ausgebildeten Lehrkräften. „In vielen Fällen wissen die Eltern nicht, dass Ihre Kinder ein Recht haben, zur Schule zu gehen und dass Sie lernen können, wenn sie die richtige Unterstützung erhalten“, so die Menschenrechtlerin.

Weiter bemängelt Human Rights Watch fehlende Angebote der Gesundheitsversorgung in Gebärdensprache. Negative Erfahrungen Betroffener mit mitunter dramatischen Folgen seien aus Russland, Iran, Sambia und Uganda dokumentiert. Aus Indien seien Fälle bekannt, die belegten, dass besonders gehörlose Frauen der Gefahr sexueller Gewalt ausgesetzt seien. Auch in der Justiz sei die feste Verankerung der Gebärdensprache erforderlich.

Human Rights Watch rief die politisch Verantwortlichen auf, zusammen mit Gehörlosen und ihren Interessensvertretern Abhilfe zu schaffen. Gerade in Zeiten weltweiter Konflikte und Fluchtbewegungen seien die Barrieren für gehörlose Menschen umso höher. © kna/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

21. Februar 2019
Karlsruhe – Das Wahlrecht benachteiligt nach einem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts teilweise Behinderte und ist in dem Punkt verfassungswidrig. Wer auf eine von einem Gericht bestellte
Bundesverfassungsgericht: Wahlrecht benachteiligt Behinderte
19. Februar 2019
Berlin – In Deutschland bestehen im Augenblick 38 Medizinische Behandlungszentren für Erwachsene mit geistiger Behinderung oder schweren Mehrfachbehinderungen (MZEB). Acht von ihnen arbeiten im
38 Medizinische Behandlungszentren für Erwachsene mit geistiger Behinderung in Deutschland
19. Februar 2019
Magdeburg/Merseburg – Teilhabemanager sollen in Landkreisen und kreisfreien Städten dabei helfen, Hürden für Menschen mit Behinderung zu senken. Inzwischen seien fast überall solche Posten
Teilhabemanager sollen in Sachsen-Anhalt Hürden für Behinderte senken
12. Februar 2019
München – Der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Jürgen Dusel, hat seine Forderung nach einem Wahlrecht für Menschen mit einer angeordneten Betreuung bekräftigt. Sie dürften nicht an
Behindertenbeauftragter: Kein Rollback bei Wahlrechtsänderung
4. Februar 2019
Hamburg – Union und SPD können sich offenbar nicht auf eine Reform des Wahlrechts für Menschen mit Behinderung oder psychischer Erkrankung einigen. Das berichtet der Spiegel. Aktuell dürfen rund
Regierungsparteien uneins über inklusives Wahlrecht
31. Januar 2019
Berlin – Die Grünen werfen der Großen Koalition vor, eine Öffnung des Wahlrechts im Bund für viele Menschen mit Behinderung zu verschleppen. Die „Hängepartie“ von CDU, CSU und SPD sei „eine Farce“,
Wahlrecht für Behinderte: Grüne werfen Koalition Verzögerung vor
30. Januar 2019
Düsseldorf – Zehn Jahre nach Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention hat Nordrhein-Westfalen (NRW) einer Studie zufolge noch ein gutes Stück auf dem Weg zur besseren Teilhabe behinderter
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

Anzeige
NEWSLETTER