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Medizin

Resilienz verringert psychische Belastung bei körperlichen Erkrankungen

Montag, 24. September 2018

/picsfive, stockadobecom

Köln – Je stärker die Resilienz bei körperlichen Erkrankungen ausgeprägt ist, desto weniger psychische Belastungssymptome zeigen die Betroffenen. Zu diesem Resultat kommen Francesca Färber und Jenny Rosendahl aus dem Universitätsklinikum Jena in der aktuellen Ausgabe des Deutschen Ärzteblattes (Dtsch Arztebl Int 2018; 115: 621–7).

Unter Resilienz als Persönlichkeitsmerkmal wird die individuelle Widerstandsfähigkeit verstanden, über die die psychische Gesundheit in belastenden Lebenssituationen aufrechterhalten werden kann. Zwar ist bekannt, dass Resilienz in vielen Belastungs­kontexten signifikant positiv mit einer guten psychischen Gesundheit zusammenhängt, doch in Anbetracht der vielfältigen Faktoren, die eine psychische Belastung bedingen können, fehlte bislang eine differenzierte Betrachtung der Kontexte in veröffentlichten Studien. Daher entschieden sich die Autorinnen zu einer systematischen und statistisch abgesicherten Differenzierung der Belastungs­situationen.

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In ihre Metaanalyse bezogen sie mehr als 50 internationale Studien ein, die Angaben zur Resilienz und zum psychischen Befinden von rund 15.000 Patienten mit körperlichen Erkrankungen beziehungsweise Einschränkungen umfassten. Die Patienten waren unter anderem betroffen von Krebserkrankungen, HIV, chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung, Schmerzen unterschiedlicher Ursachen oder operativen Eingriffen.

Eine positive Assoziation zwischen psychischer Gesundheit und Resilienz bestand konsistent und robust über die verschiedenen Studien hinweg und konnte somit bestätigt werden. Um einen kausalen Zusammenhang zwischen Resilienz und psychischer Gesundheit treffen zu können, bedürfe es jedoch prospektiver Studien, so die Autorinnen aus Jena.

Sie geben basierend auf ihren Ergebnissen einen möglichen Ausblick in die klinische Praxis. Anfällige Patienten mit körperlichen Erkrankungen und niedriger Widerstands­kraft könnten anhand von geeigneten psychologischen Instrumenten frühzeitig identifiziert werden. So könnte ihnen psychosoziale Unterstützung bei der Behandlung angeboten werden, um einer möglichen Beeinträchtigung der psychischen Gesundheit gezielt entgegenzuwirken. © js/aerzteblatt.de

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