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Vermischtes

Unternehmen bieten kaum Unterstützung für pflegende Angehörige

Montag, 24. September 2018

/ACP prod, stockadobecom

Berlin – Die Unternehmen in Deutschland bieten Arbeitnehmern, die zu Hause pflegebedürftige Angehörige betreuen, nur wenig Unterstützung. Das berichtet das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP). Es hat Personalverantwortliche in mehr als 400 Unternehmen ab einer Größe von 26 Mitarbeitern repräsentativ dazu befragt, wie es in ihren Firmen um die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege bestellt ist.

Die Ergebnisse zeigen, dass betriebliche Maßnahmen in mehr als der Hälfte der Unternehmen (58 Prozent) weder etabliert noch geplant sind. Für 43 Prozent der Teilnehmer sind die Umsetzung solcher Angebote generell eher zu aufwendig und andere Fragen wichtiger. Etwa ein Drittel (34 Prozent) findet entsprechende Maßnahmen zu teuer.

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„Als Gesellschaft sind wir dringend auf die Familienarbeit der pflegenden Angehörigen angewiesen, die für diese häufig sehr belastend ist. Gleichzeitig können wir nicht auf ihre Arbeitskraft in der Wirtschaft verzichten. Gute Vereinbarkeit von Beruf und Pflege ist also ein Gebot der Stunde. Darum sind auch die Unternehmen in der Verantwortung, ihre Mitarbeiter bei der Bewältigung der Pflege zu unterstützen“, sagte Ralf Suhr, Vorstandsvorsitzender des ZQP.  Es sei wichtig, dass Unternehmen ihre Führungskräfte für das Thema Pflege sensibilisierten und eine pflegefreundliche Organisationskultur schafften, forderte er. 

Auch das Thema Demenz findet der Umfrage zufolge bisher in vielen Unternehmen eher wenig Beachtung. Für 47 Prozent aller Befragten spielt es in Bezug auf die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege in ihrem Unternehmen überhaupt keine, für 16 Prozent eine weniger wichtige Rolle.

Auch für Mitarbeiterschulungen zu Demenz zeigen die meisten befragten Unternehmen kein Interesse. So erfolgten derartige Schulungen im Sektor Handel und Dienst­leistungen nur bei drei bis vier Prozent der Firmen. Im Gesundheits- und Sozialwesen waren es 55 Prozent.

Entsprechende Schulungen könnten laut dem ZQP aber dazu beitragen, das Verständnis für die Lebenssituation von Kollegen zu steigern, die in ihrem privaten Umfeld von Demenz betroffen seien. „Auch ist es für Mitarbeiter mit Kundenkontakt hilfreich, zu wissen, wie man mit Menschen mit Demenz richtig umgeht. So können Unsicherheiten – zum Beispiel im Umgang mit ungewöhnlichen Situationen an der Ladenkasse – abgebaut werden“, hieß es aus dem Zentrum. © hil/aerzteblatt.de

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