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Politik

CDU-Politiker: Das Gesundheitswesen ist ein Schlüsselbereich für die künstliche Intelligenz

Dienstag, 25. September 2018

/sergiophoto, stockadobecom

Berlin – Die neue sogenannte Enquete-Kommission des Bundestages zu künstlicher Intelligenz (KI) sollte sich besonders auf das Gesundheitswesen konzentrieren. Das fordert der CDU-Gesundheitspolitiker Tino Sorge vor dem ersten Treffen der Kommission. Sorge ist Berichterstatter der Unionsfraktion für Digitalisierung und Gesundheitswirtschaft und stellvertretendes Mitglied in der neuen Kommission.

Im Gesundheitswesen ist die KI heute schon konkret umsetzbar

Das Gesundheitswesen „gehört zu den wenigen Gebieten, auf denen die Chancen von KI schon heute ganz konkret greifbar sind“, sagte der Magdeburger Bundestags­abgeordnete. Als Beispiel nannte er die digitale Bildauswertung: „Maschinen können Bilder oft schon präziser auswerten als der Arzt – denn durch KI lernen sie auf der Grundlage von Tausenden Bildern, verlässlich zwischen gesund und krank zu unterscheiden“, sagte er. KI-basierte Frühwarnsysteme könnten zudem Ärzte bei kritischen Entscheidungen assistieren und Fehler erkennen. Zudem werde KI in Klinik und Praxis Versorgungsprozesse erleichtern.

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Ärzte und Pflege entlasten

Sorge nannte die sprachgesteuerte Dokumentation von Behandlungsschritten, das Ausfüllen digitaler Rezepte oder die Kontrolle der richtigen Medikation. „Mithilfe von KI können Ärzte und Personal drastisch entlastet werden. Die papierlose, intelligente und sektorenübergreifende Vernetzung der Leistungserbringer muss unser Ziel sein“, betonte er. Außerdem könne die KI durch die Auswertung großer Datenmengen – Stichwort „Big Data“ – auch bei der Erforschung seltener Erkrankungen neues Wissen ermöglichen.

Föderliche Rahmenbedingungen notwendig

„All diese Fortschritte müssen wir politisch aber auch ermöglichen. Als Gesetzgeber sind wir am Zug, förderliche Rahmenbedingungen zu schaffen“ appellierte Sorge. Konkret schlägt er dazu neue Fördermöglichkeiten für die Forschung vor. „Wir wollen international führende KI-Experten nach Deutschland holen. Dazu brauchen wir – auch für das Gesundheitswesen – einen KI-Campus“, sagte er.

Allerdings gebe es weiterhin auch ungeklärte Fragen im Zusammenhang mit der KI: „Wie sollen die Vorschriften für die Prüfung neuer Algorithmen und für die Qualitäts­kontrolle maschineller Lernprozesse ausgestaltet sein? Wie lassen sich Fehler und Folgefehler nachträglich korrigieren? Wollen wir in kritischen Infrastrukturen – zum Beispiel in Krankenhäusern – auch ausländische KI-Lösungen ungeprüft zulassen?“, gab er Beispiele für Aufgaben, denen sich die Politik widmen müsse.

Der Deutsche Bundestag hatte im Juni die Einsetzung einer Enquete-Kommission „Künstliche Intelligenz – Gesellschaftliche Verantwortung und wirtschaftliche, soziale und ökologische Potenziale“ beschlossen. Am kommenden Donnerstag trifft sich das Gremium zu ersten Mal. © hil/aerzteblatt.de

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