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Politik

73 Krankenhäuser erbringen unzureichende Qualität

Dienstag, 25. September 2018

/dpa

Berlin – An 73 von 1.084 untersuchten Krankenhausstandorten wurde, gemessen an den elf planungsrelevanten Qualitätsindikatoren, eine unzureichende Qualität erbracht. Diese Zahl nannte Britta Zander-Jentsch vom Institut für Qualitätssicherung und Transparenz (IQTIG) heute auf der 10. Qualitätssicherungskonferenz des Gemeinsamen Bundes­aus­schusses (G-BA) in Berlin. Sie verwies darauf, dass dieses Ergebnis bereits am Vortag vom Verband der Ersatzkassen (vdek) veröffentlicht worden sei. Die gesamte Erhebung zu den planungsrelevanten Qualitätsindikatoren soll im Oktober publiziert werden.

Der Gesetzgeber hatte die planungsrelevanten Qualitätsindikatoren im Jahr 2016 mit dem Krankenhaus-Strukturgesetz (KHSG) auf den Weg gebracht. Ziel war es, die Planungsbehörden der Bundesländer in die Lage zu versetzen, bei der Krankenhaus­planung die Qualität der medizinischen Versorgung zu berücksichtigen. Diese Regelung ging auf einen Wunsch der Bundesländer zurück.

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Im März 2016 hatte der G-BA das IQTIG damit beauftragt, Qualitätsindikatoren zu benennen, die sich für die Anwendung in der Krankenhausplanung eignen. Ausgewählt wurden elf Indikatoren aus den Bereichen Geburtshilfe, gynäkologische Operationen und Mammachirurgie. So soll zum Beispiel in der Geburtshilfe in 90 Prozent der Fälle oder mehr ein Pädiater bei Frühgeburten anwesend sein.

163 Stellungnahmen erhalten

Seit Januar 2017 hat das IQTIG Daten von 1.084 Krankenhausstandorten ausgewertet. Zunächst prüfte es die erhaltenen Daten dabei auf ihre Richtigkeit. Krankenhäuser, die auch nach der Datenvalidierung statistisch auffällig waren, erhielten die Möglichkeit, eine Stellungnahme abzugeben. „Wir haben 163 Stellungnahmen erwartet und 155 erhalten: 15 im Bereich der Gynäkologie, 94 im Bereich der Geburtshilfe und 44 im Bereich der Mammachirurgie“, erklärte Zander-Jentsch. Die Krankenhäuser, die keine Stellungnahme abgaben, wurden automatisch als Krankenhäuser bewertet, die eine unzureichende Qualität erbracht haben.

Die Stellungnahmen wurden von Fachkommissionen geprüft, in denen mindestens ein Arzt mitarbeitete. Die Kommissionen bewerteten schließlich, dass in 73 der Krankenhäuser eine unzureichende Qualität im Bereich der elf Indikatoren erbracht worden sei.  

Fünf Bundesländer wählen Opt-out

Die Ergebnisse seiner Untersuchungen hat das IQTIG unter anderem an die Planungs­behörden der Bundesländer geschickt. „Was nun weiter passiert, entscheiden die Planungsbehörden“, sagte Zander-Jentsch. Dem KHSG zufolge gelten die planungs­relevanten Qualitätsindikatoren automatisch in den Bundesländern. Auf diese Weise sollte verhindert werden, dass jedes Bundesland eigene Indikatoren festlegt. Die Bundesländer haben aber die Möglichkeit, sich bewusst gegen die Übernahme der Indikatoren zu entscheiden. Mit Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Mecklenburg-Vorpommern und Baden-Württemberg hätten sich bislang fünf Länder für ein solches Opt-out entschieden, erklärte Zander-Jentsch. © fos/aerzteblatt.de

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Avatar #88767
fjmvw
am Mittwoch, 26. September 2018, 12:34

Was das IQTIG als Qualität verkauft, ist ein glatter Witz !

Dieses Institut veröffentlicht jährlich die Qualitätsindikatoren, auf Basis dessen man Bewertungen vornimmt. Im Internet unter QIDB und IQTIG zu finden.

Es gibt zwei "Indikatoren", die für diverse Erkrankungen zur Messung der Qualität herangezogen werden: Über- bzw. Unterdokumentation.

Wie gut die Operation, der Eingrif, die Behandlung, die Therapie, ... war und wie gut es dem Patienten auf Grund der Behandlung in diesem Krankenhaus geht, das fließt nicht in die Bewertung zur Qualität ein. Man stelle sich ein Büro in Indien vor, dass für das Krankenhaus in A-Stadt diese Form der Dokumentation, wie sie für das IQTIG wichtig ist, perfektioniert. Dieses Krankenhaus in A-Stadt wird auf Grund seiner hervorragenden Dokumentation immer zu den "besten" Krankenhäusern gehören. Obwohl man gerade mal die Mindestfallzahl errreicht hat.

Daneben gibt es in der Uniklinik B zwar fünfmal so viele Eingriffe, der Outcome (wie auch immer gemessen, jedenfalls aus der subjektiven Sicht der Zuweiser) ist deutlich besser. Nur mit der Doku hats die Uni nicht so, weil man die Ressourcen eher für die Arbeit "am Patienten" statt für die Doku verwendet.

Bei der Sachlage kommt das IQTIG zum Ergebnis, dass das Krankenhaus aus A-Stadt die viel höhere Qualität hat und die Uni in B auf Grund von unzureichender Qualität diese Prozedur nicht mehr erbringen darf.

Liebe Leute vom IQTIG, was ihr messt, hat mit der eigentlichen Behandlungsqualität so gut wie nichts zu tun. Wo ist der empirisch gesicherte Zusammenhang, dass eine gute Behandlungsqualität mit einer guten Doku korreliert? Wie viele Unternehmen mit tollen Qualitätszertifikaten haben nur suboptimale Produkte auf dem Markt?

Qualität ist das, was der Kunde für gut hält und weiterempfiehlt. Denn "messen" kann man die Qualität einer medizinischen Behandlung leider nicht.
Avatar #747495
JohnR
am Mittwoch, 26. September 2018, 08:36

Das Opt-Out hat ja einen Grund !

Opt-Out wird gewählt, um der Diktatur der Bürokratie zu entgehen. Ebenso kann man keineswegs
schlussfolgern, dass ein Krankenhaus, welches nicht geantwortet hat, eine unzureichende Qualität
erbringt. Opfer von Fehlleistungen sind Patienten und die können auch in Krankenhäusern vorkommen, welche geantwortet haben. - Es ist eben alles relativ.
LNS

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