NewsPolitikTSVG: Keine zeitlich begrenzten Zulassungen für Psychotherapeuten
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

TSVG: Keine zeitlich begrenzten Zulassungen für Psychotherapeuten

Mittwoch, 26. September 2018

/dpa

Berlin – Zur Verbesserung der Versorgung sieht der aktuelle Kabinettsentwurf für das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) vor, die Höchstgrenze für die Zulassung von Arztgruppen, bei denen besonders große Versorgungs- und Terminschwierigkeiten bestehen, so lange aufzuheben, bis der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) die Bedarfsplanung reformiert hat. Hierfür setzt das TSVG als neue Frist den 31. Juli 2019.

Stärkung der psychiatrischen Versorgung

Zu diesen Arztgruppen werden Fachärzte für Innere Medizin und Rheumatologie, Kinderärzte sowie Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie gezählt. Letztere sollen jedoch nur dann eine Zulassung erhalten, wenn sie mindestens 80 Prozent ihrer Leistungen aus dem psychiatrischen Spektrum abrechnen. „Mit der Einschränkung soll die psychiatrische Versorgung gegenüber der Richtlinienpsychotherapie gestärkt werden“, heißt es in dem Kabinettsentwurf.

Anzeige

Die Bundes­psycho­therapeuten­kammer (BPtK) fordert hingegen, dass auch mehr Psychotherapeuten zugelassen werden können, um die Versorgung psychisch Kranker zu verbessern. Die Wartezeiten auf eine ambulante psychotherapeutische Behandlung seien im Bundesdurchschnitt vier Monate und damit doppelt so lang wie auf eine psychiatrische Behandlung, erklärt die BPtK mit Verweis auf das aktuelle Gutachten des Sachverständigenrats Gesundheit. Kurzfristig sollten nach Vorstellungen der Kammer 1.500 Psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichen­psychotherapeuten zugelassen werden, vorrangig außerhalb der Ballungszentren und im Ruhrgebiet.

Künftig gestufte und gesteuerte Versorgung für psychisch Kranke

Darüber hinaus legt der Gesetzgeber mit dem Kabinettsentwurf für das TSVG fest, dass die psychotherapeutische Behandlung psychisch Kranker zukünftig im Rahmen einer „gestuften und gesteuerten Versorgung“ erfolgen soll. Der G-BA erhält dazu einen Regelungsauftrag in der Psychotherapie-Richtlinie. Das Gremium soll darin auch „die Anforderungen an die Qualifikation der für die Behandlungssteuerung verant­wortlichen Vertragsärzte und Psychologischen Psychotherapeuten treffen“. © PB/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

15. November 2018
Berlin – Der Kabinettsentwurf des Terminservice- und Versorgungsgesetzes (TSVG) sieht vor, dass besonders qualifizierte Ärzte und psychologische Psychotherapeuten künftig in Voruntersuchungen
Psychotherapeuten starten Petition gegen Terminservicegesetz
12. November 2018
Hamburg – Wissenschaftler am Hamburger Universitätsklinikum Eppendorf wollen psychisch kranken Menschen über ein Onlineprogramm helfen. Dafür haben sie das Versorgungsmodell „Recover“ („gesund
Universitätsklinikum Hamburg erprobt Onlinetherapie für psychisch Kranke
9. November 2018
Berlin – Viele Flüchtlinge haben traumatische Erfahrungen gemacht und bräuchten dringend Unterstützung. Ihre Versorgung in Deutschland ist jedoch nicht sichergestellt. Die Politik hat das Thema
Traumatisierte Geflüchtete besser versorgen mit Peer-Beratern
9. November 2018
Genf – Menschen mit schweren psychischen Störungen – mittelschwere bis schwere Depressionen, bipolare Störungen, Schizophrenie und andere psychotische Störungen – haben in der Regel eine
WHO legt Leitlinie zur somatischen Versorgung psychisch Kranker vor
8. November 2018
Berlin – Das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium (BMG) will zusammen mit der Aktion Psychisch Kranke (APK) die Hilfen für psychisch kranke Menschen weiterentwickeln. Eine Auftaktveranstaltung in diesem auf
Weiterentwicklung der Versorgung psychisch Kranker hin zu personenzentrierten Ansätzen
5. November 2018
Wiesbaden – Psychotherapeuten wollen in der Gesundheitspolitik auf Bundesebene mehr mitreden. Die hessische Psychotherapeutenkammer hat sich am Montag an das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium gewandt. Sie
Hessische Psychotherapeuten wollen in den Sachverständigenrat
29. Oktober 2018
Berlin – Mehr Transparenz bei onlinebasierten Smartphone-Applikationen (Apps) und Programmen für psychische Störungen fordern die Ersatzkassen. „Unter den über 100.000 Gesundheits-Apps die geeignete
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Anzeige

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER