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Ärzteschaft

Ärztekammer Thüringen macht Weg für ausschließliche Fernbehandlung frei

Donnerstag, 27. September 2018

/dpa

Jena – Auch in Thüringen sollen Ärzte bestimmte Patienten künftig ausschließlich über Kommunikationsmedien behandeln können. Eine entsprechende Änderung der Berufsordnung hat die Kammerversammlung gestern beschlossen.

Die Delegierten sind damit dem Beschluss des Deutschen Ärztetages in Erfurt vom Mai 2018 gefolgt und haben den damals beschlossenen Passus in die eigene Berufs­ordnung übernommen. Im Paragraf sieben der Berufsordnung für Thüringer Ärzte heißt es nun unter anderem: „Eine ausschließliche Beratung oder Behandlung über Kommunikationsmedien ist im Einzelfall erlaubt, wenn dies ärztlich vertretbar ist und die erforderliche ärztliche Sorgfalt insbesondere durch die Art und Weise der Befunderhebung, Beratung, Behandlung sowie Dokumentation gewahrt wird und die Patientin oder der Patient auch über die Besonderheiten der ausschließlichen Beratung und Behandlung über Kommunikationsmedien aufgeklärt wird.“

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„Der unmittelbare Arzt-Patienten-Kontakt in der Beratung und Behandlung ist nach wie vor aus unserer Sicht der Goldstandard. Insofern möchten wir die Möglichkeit der Fernbehandlung eher als Ergänzung betrachten“, sagte die Kammerpräsidentin Ellen Lundershausen.

Bei ihrem Treffen forderten die Kammerdelegierten außerdem, die Zahl der Medizinstudienplätze an der Friedrich-Schiller-Universität Jena zu erhöhen. „Da Untersuchungen zeigen, dass Studierende gern in Studienortnähe bleiben und dort leben und arbeiten, ist eine Steigerung der Anzahl der Medizinstudienplätze hier bei uns in Thüringen eine zwingende Folge“, heißt es in einer Resolution der Kammerversammlung.

Andere Bundesländer hätten dies „längst erkannt“. „Wenn Thüringen bei diesem Thema – Erhöhung der Zahl der Medizinstudienplätze – nicht im Sinne des Masterplans Medizinstudium 2020 handelt, wird dies aus Sicht der Kammerversammlung der Lan­des­ärz­te­kam­mer auch langfristig zu Standortnachteilen führen“, warnen die Delegierten. © hil/aerzteblatt.de

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