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Ärzteschaft

KBV kürt Gewinner der Zukunftspraxis

Donnerstag, 27. September 2018

/BillionPhotos.com - stock.adobe.com

Berlin – Im Rahmen eines Take-off-Events hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) gestern die Gewinner des Ideenwettbewerbs „Zukunftspraxis“ bekanntgegeben. Von insgesamt zehn Projekten, die ausgewählt worden waren, um im Rahmen des knapp vierjährigen Projektes in den Versorgungsalltag integriert zu werden, durften sich drei der Unternehmen über ein zusätzliches Preisgeld freuen.

Platz eins belegte die Datenbrille „XpertEye“ von der Firma AMA. Mit dem Assistenz­tool kann über Distanzen hinweg und ich Echtzeit Wissen vermittelt werden kann, beispielsweise auf Hausbesuchen per Liveschaltung in die Praxis. Aber auch der Arzt kann mit der Datenbrille seine Behandlungsschritte dokumentieren und zu Lehrzwecken verwenden. Prämiert wurde das Projekt mit 15.000 Euro.

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„Szenarien, die wir gerne im Rahmen der Zukunftspraxis testen möchten, sind zum einen, NäPas (Nichtärztliche Praxisassistentinnen, Anm. d. Red.) mit den Brillen auszustatten, zum anderen, das Tool auch Pflegekräften in Senioren- oder Pflegeheimen an die Hand zu geben, die bei der Pflegevisite den jeweiligen Hausarzt oder einen Facharzt zur Visite hinzuholen können“, erklärte Bernhard Tenckhoff, Leiter der Stabsstelle Innovation, strategische Analysen und IT-Beratung der KBV.

Auf dem zweiten Platz landete das digitale Anamnese-Tool „Idana“ der Firma Tomes, es wurde mit 10.000 Euro ausgezeichnet. Idana ermöglicht die Erhebung von Anamnese-Daten im Vorfeld des Arzt-Patienten-Gespräches. So sollen Praxisabläufe vereinfacht  und die erhobenen Daten zudem automatisch in der Patientendokumentation gespeichert werden. Tenckhoff: „Interessant an Idana ist für uns, wie die Akzeptanz solcher Fragebögen im klinischen Setting ist und wie stark solche Fragebögen von Ärzten angepasst und individualisiert werden. Wir möchten außerdem herausfinden, inwiefern sich solche Daten dann in einer strukturierten Form in der Arztpraxis nutzen lassen.“ 

Den mit 5.000 Euro dotierten dritten Preis erhielt das Start-up Magnosco mit seinem Lasergerät „DermaFC“. Es dient der Hautkrebserkennung mittels Dermafluoroskopie und künstlicher Intelligenz (KI). Im Praxistest soll überprüft werden, ob die Technologie Dermatologen und Hausärzte bei der Diagnosestellung sinnvoll unterstützen kann. „Wir planen, gemeinsam mit Magnosco Geräte in Haut- und Hausarztpraxen aufstellen“, so Tenckhoff. „Besonders interessiert sind wir daran, einerseits zu erfahren, wie die Akzeptanz solcher Geräte bei Ärzten und Patienten ist, andererseits, wie die künstliche Intelligenz als Diagnostikgrundlage in den Praxen angenommen wird.“

Sinnvolle digitale Projekte vorantreiben

Die Zukunftspraxis ist Teil der Digitalisierungsoffensive der KBV. „Digitalisierung ist kein Selbstzweck: Sie soll den Alltag der Ärzte erleichtern und einen zusatznutzen für die Patienten bringen“, betonte Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der KBV, im Rahmen der Preisverleihung. „Mit dem Projekt wollen wir sinnvolle digitale Projekte vorantreiben.“

Zehn Projekte für den Praxistest

Aus mehr als 60 Bewerbungen wählte die Körperschaft zehn Projekte aus, die in Arztpraxen getestet werden sollen. Neben den drei erstplatzierten Projekten zählten zu den Top Ten: ein webbasierter Telefonassistent, eine KI-gesteuerte Software zur Diagnoseunterstützung, zwei web- und cloudbasierte Praxisverwaltungssysteme, ein Add-on für Inhalatoren zur Verbesserung der Therapieadhärenz bei Atemwegs­erkrankungen, ein Tool zur Diagnose von Hauterkrankungen mittels Smartphone-Aufsatz sowie eine Software zur Erfassung und Auswertung von standardisierten psychometrischen Fragebögen. 

Mit dem Take-off-Event endete die erste Phase des der Zukunftspraxis. Anfang 2019 soll die dreijährige Implementierungsphase und der Praxistest beginnen. Ärztinnen und Ärzte können sich für eine Teilnahme auf der Webseite der KBV bewerben (http://www.kbv.de/html/zukunftspraxis.php). Bis Ende 2022 ist eine Evaluation und der Abschluss des Projektes geplant. © kk/aerzteblatt.de

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