NewsMedizinWasser trinken könnte Harnwegsinfektionen vorbeugen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Wasser trinken könnte Harnwegsinfektionen vorbeugen

Dienstag, 2. Oktober 2018

Frau trinkt ein Glas Wasser/jayzynism, stock.adobe.com
Für Frauen, die weniger als 1,5 Liter Wasser täglich trinken, könnte eine erhöhte Wasseraufnahme das Risiko häufiger Blasenentzündungen senken. /jayzynism, stock.adobe.com

Miami– Frauen mit wiederkehrenden Harnwegsinfektionen, die zusätzliche 1,5 Liter Wasser täglich tranken, hatten nach eigenen Angaben seltener Infektionen und erhielten auch seltener Antibiotika. Das zeigt eine randomisierte klinische Studie mit 140 Frauen vor der Menopause mit rezidivierender Zystitis, die in JAMA Internal Medicine erschienen ist (2018; doi: 10.1001/jamainternmed.2018.4204).

Alle teilnehmenden Frauen hatten im Vorjahr mindestens 3 Zystitisepisoden erlebt und tranken für gewöhnlich eher wenig Wasser (< 1,5 Liter). Im 12-Monatszeitrahmen der Studie tranken 70 der Frauen täglich 1,5 Liter Wasser zusätzlich zu ihrer üblichen Aufnahme. Die Kontrollgruppe behielt ihren Wasserkonsum bei. Insgesamt gab es 327 Blasenentzündungen, 111 in der Wassergruppe und 216 in der Kontrollgruppe. Die Frauen aus der Interventionsgruppe berichteten somit über etwa 50 % weniger Harnwegsinfektionen als die Frauen der Kontrollgruppe (1,7 versus 3,2; Unterschied: 1,5 (95-%-Konfidenzintervall: 1,2–1,8; p < 0,001)).

Anzeige

Eine weitere Beobachtung, die für den Effekt des Wassertrinkens spricht: Es wurden auch weniger Antibiotika verschrieben (1,9 versus 3,6; Unterschied: 1,7 (95-%-Konfidenzintervall: 1,3–2,1; p < 0,001). Das mittlere Zeitintervall zwischen Zystitisepisoden waren 142,8 versus 84,4 Tage, mit einem mittleren Unterschied von 58,4 Tagen (95-%-Konfidenzintervall: 39,4–77,4; p < 0,001). Es kommt zu einem erhöhten Urinvolumen (1,4 versus 0,1 Liter), häufigeren Toilettengängen und einer geringeren Harnosmolalität, was die bakterielle Belastung in der Blase reduziert – so die Theorie der Autoren von der University of Miami.

Seit Jahrzehnten heißt es, dass Trinken dabei hilft, Harnwegsinfektionen zu verhindern oder zu heilen. Die Studienlage sei jedoch nicht überzeugend (The Journal of Infectious Diseases 2000; Annals of Medicine Health Science Res. 2015), heißt es in der Studie. Die Volksweisheit sieht die Editorialistin Deborah Grady von der University of California San Francisco durch die randomisierte klinische Studie bestätigt. Sie weist aber auch darauf hin, dass die Studie nicht verblindet war, was die Aussagekraft schwächt. Zudem wurde die Studie von Danone Research gesponsert, von denen das Wasser stammte. Laut Grady sollte Trinkwasser aus dem Hahn den gleichen Effekt haben, wie das aus der Flasche. © gie/aerzteblatt.de

Liebe Leserinnen und Leser,

diesen Artikel können Sie mit dem kostenfreien „Mein-DÄ-Zugang“ lesen.

Sind Sie schon registriert, geben Sie einfach Ihre Zugangsdaten ein.

Oder registrieren Sie sich kostenfrei, um exklusiv diesen Beitrag aufzurufen.

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort


Mit der Registrierung in „Mein-DÄ“ profitieren Sie von folgenden Vorteilen:

Newsletter
Kostenfreie Newsletter mit täglichen Nachrichten aus Medizin und Politik oder aus bestimmten Fachgebieten
cme
Nehmen Sie an der zertifizierten Fortbildung teil
Merkfunktion
Erstellen Sie Merklisten mit Nachrichten, Artikeln und Videos
Kommentarfunktion und Foren
Kommentieren Sie Nachrichten, Artikel und Videos, nehmen Sie an Diskussionen in den Foren teil
Job-Mail
Erhalten Sie zu Ihrer Ärztestellen-Suche passende Jobs per E-Mail.
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

9. April 2019
Jena – Für ihre Forschungsarbeit zur Diagnose und Behandlung von Infektionskrankheiten hat sich eine Jenaer Universitätseinrichtung 1,1 Millionen Euro als zusätzliche Förderung sichern können. Das
Millionen-Förderung für Jenaer Optikforschung
1. April 2019
Atlanta – Im letzten Jahr wurde an nur 7 Zentren in den USA bei fast 2.500 Kleinkindern der Erreger Enterovirus D68 nachgewiesen, der im Verdacht steht, neben Atemwegsinfektionen auch akute schlaffe
USA: Erneuter Anstieg von Erkrankungen durch Enterovirus D68
29. März 2019
Köln – Der Madenwurmbefall ist eine der häufigsten Wurmerkrankungen des Menschen und kommt vor allem bei Kindern vor. Für Europa gibt es Prävalenzschätzungen für Kindergarten- und Grundschulkinder von
Madenwurmbefall – ein weit verbreitetes Problem
27. März 2019
Erfurt – Die von Zecken übertragene Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) tritt in Deutschland nur selten außerhalb der Risikogebiete auf. Erkrankungen außerhalb ausgewiesener Gebiete machten nur etwa
Wenige FSME-Erkrankungen außerhalb von Risikogebieten
21. März 2019
Berlin – Astronauten haben während eines Raumflugs ein geschwächtes Immunsystem, das sie anfällig für bakterielle Infektionen macht. Die Folge ist offenbar ein häufiger Einsatz von Antibiotika. Auf
Multiresistente Keime auf der Internationalen Raumstation ISS
14. März 2019
Atlanta und Stockholm – Das verlockende Angebot auf eine preiswerte Schönheitsoperation im Ausland kann schwere Konsequenzen haben. Hygienefehler in einer Klinik in Tijuana/Mexiko haben bei mindestens
Medizintouristen kehrten aus Mexiko mit resistenten Infektionen zurück
12. März 2019
Portland/Oregon – Dank der Impfung ist der Wundstarrkrampf sehr selten geworden. Über den Fall einer klassischen Tetanuserkrankung bei einem 6-jährigen Kind berichten US-Pädiater jetzt im Morbidity
LNS
NEWSLETTER