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Medizin

Bariatrische Operation erleichtert spätere Geburten

Freitag, 28. September 2018

/dpa

Stockholm – Eine bariatrische Operation, die mit Abstand effektivste Methode zu einer raschen Gewichtsabnahme, kann jungen adipösen Frauen helfen, bei einer späteren Geburt Komplikationen für sich und das Kind zu vermeiden. Dies zeigt eine Kohortenstudie aus Schweden in PLOS Medicine (2018; doi: 10.1371/journal.pmed.1002656).

In Schweden ist jede 3. Schwangere übergewichtig oder adipös. Mit dem BMI steigt das Risiko auf einen oft notfallmäßig durchgeführten Kaiserschnitt, auf eine Übertragung der Schwangerschaft, eine medikamentöse Geburtseinleitung, eine Wehenschwäche, fetalen Distress, postpartale Blutungen und peripartale Infektionen, wie Olof Stephansson vom Karolinska Institut in Stockholm in einer Analyse von 729.867 Einzelschwangerschaften aus dem schwedischen Geburtsregister der Jahre 2006 bis 2013 zeigen kann. 

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In diesen Jahren bekamen in Schweden weitere 1.956 Frauen ein Kind, die laut dem Scandinavian Obesity Surgery Registry in den Jahren zuvor eine bariatrische Operation durchführen ließen. Zwischen der Operation und der Schwangerschaft lagen median 1,4 Jahre und die Frauen hatten im Durchschnitt 38 kg abgenommen, was einem Rückgang des BMI um 13,5 kg/m2 entsprach. 

Diese Gewichtsreduktion hat nicht nur der Gesundheit der Frauen genutzt, sie hat auch Geburtskomplikationen vermieden, wie Stephansson durch den Vergleich mit jeweils bis zu 5 anderen Frauen zeigt, die das gleiche Gewicht hatten wie die Frauen vor der Operation.

Die größten Unterschiede gab es beim Kaiserschnitt, der nur bei 18,2 % der operierten Frauen durchgeführt wurde gegenüber 25,0 % der adipösen Kontrollen. Stephansson ermittelt eine Risikorate (RR) von 0,70, die mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 0,60 bis 0,80 signifikant war. Insbesondere Notfall-Kaiserschnitte (6,8 versus 15,1 %) wurden vermieden (RR 0,40; 0,31–0,51).

Bei den postoperativen Frauen wurde seltener eine instrumentelle Entbindung (5,0 versus 6,5 %, RR 0,73; 0,53-0,98) durchgeführt, eine medikamentöse Geburtseinleitung (23,4 versus 34,0 %, RR 0,68; 0,59-0,78) war seltener erforderlich und es kam seltener zu einer Übertragung (4,2 versus 10,3 %, RR 0,40; 0,30-0,53).

Den operierten Schwangeren blieben häufiger Verletzungen des Analsphinkters (1,5 versus 2,9 %, RR 0,46; 0,25-0,81) erspart und ihre Gesundheit wurde seltener durch postpartale Blutungen (4,6 versus 8,0 %, RR 0,58; 0,44-0,76) gefährdet.

Schweden hat eine Vorreiterrolle bei der Adipositaschirurgie. Laut Stephansson wird bereits 1 % aller Kinder von Frauen mit einer bariatrischen Operation in der Vorgeschichte geboren. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass sich die Geburtsrisiken nicht erhöhen. Eine frühere Studie hatte jedoch gezeigt, dass das Risiko auf eine Frühgeburtlichkeit erhöht ist und die Kinder häufiger zu klein für ihr Gestationsalter sind. © rme/aerzteblatt.de

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