NewsMedizinCrashdiät senkt Körpergewicht in Studie um zehn Kilo
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Crashdiät senkt Körpergewicht in Studie um zehn Kilo

Montag, 1. Oktober 2018

/murziknata, stockadobecom

Oxford – Eine achtwöchige Reduktionsdiät mit Mahlzeitenersatzprodukten hat motivierten adipösen Menschen in einer randomisierten Studie im Britischen Ärzteblatt (BMJ 2018; 362: k3760) zu einer deutlichen Gewichtsabnahme verholfen, die auch nach einem Jahr noch weitgehend erhalten blieb. 

Die meisten Diäten haben nur eine vorübergehende Wirkung. Dies gilt insbesondere für Reduktionsdiäten, die auf kalorienarme Mahlzeitenersatzprodukte setzen. Die meisten Teilnehmer sehnen sich schon bald nach dem Tag, an dem sie sich endlich wieder satt essen können, was in der Regel eine sofortige und nicht selten überschießende Gewichtszunahme zur Folge hat.

Anzeige

Eine von britischen Biochemikern entwickelte Diät scheint jetzt eine nachhaltige Wirkung zu erzielen. Der „Cambridge Weight Plan“ setzt auf Mahlzeitenersatzprodukte, die in den ersten 12 Wochen die alleinige Nahrungsquelle sind. Die Teilnehmer ernähren sich von 4 Formel-Nahrungsmittelprodukten (Suppen, Shakes und Riegel) und 750 ml Magermilch am Tag. Hinzu kommen 2,25 Liter Wasser oder Getränke mit wenig oder ohne Energiezufuhr sowie ein Faserpräparat. Die Energieaufnahme beträgt nur 810 kcal/Tag (bei einem normalen Tagesbedarf der meisten Erwachsenen von 2.000 kcal).

Diese Diät erzielte bei den 138 von 278 Teilnehmern der DROPLET-Studie, die dem „Cambridge Weight Plan“ zugelost worden waren, eine Gewichtsreduktion von 13,3 kg, während die 140 Teilnehmer der Kontrollgruppe, denen ein Gewichtsmanagement beim Hausarzt angeboten wurde, immerhin 3,3 kg verloren. Vor Beginn der Studie hatten die im Mittel 47 Jahre alten Teilnehmer im Durchschnitt 105,2 beziehungsweise 107,9 kg gewogen. Ihr BMI lag mit durchschnittlich 37 in einem Bereich, in dem mit Folgekrankheiten zu rechnen ist: 20 % hatten bereits einen Typ-2-Diabetes, 30 % eine arterielle Hypertonie.

Nach 3 weiteren Monaten, in denen die Patienten an regelmäßigen Treffen teilnahmen und weiterhin täglich eine Mahlzeit des Tages mit Mahlzeitenersatzprodukten zu sich nahmen, konnten die Teilnehmer die Gewichtsreduktion sogar auf 15,1 kg steigern (gegenüber einer Abnahme um 4,5 kg in der Kontrollgruppe).

Danach – die Mahlzeitenersatzprodukte waren inzwischen aufgebraucht – kam es zu einer kontinuierlichen Zunahme des Gewichts. Am Ende der Studie nach einem Jahr wogen die Teilnehmer der Radikaldiät noch 10,7 kg weniger als vor Beginn der Studie. In der Kontrollgruppe hatten die Teilnehmer eine Gewichtsreduktion von 3,1 kg halten können.

Der Vorteil gegenüber der Kontrollgruppe betrug 7,2 kg und war mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 4,9 bis 9,4 kg statistisch signifikant. Das Team um Susan Jebb vom Nuffield Department of Primary Care Health Sciences der Universität Oxford spricht deshalb von einem erfolgreichen Ausgang der Studie: 45 % der Teilnehmer hätten einen Gewichtsverlust von 10 % oder mehr erreicht, verglichen mit nur 15 % in der Kontrollgruppe mit dem Gewichtsmanagement beim Hausarzt, das in der Regel als ineffektiv eingestuft wird (in der Studie aber immerhin eine Gewichtsreduktion von 3,1 kg erzielte).

Ob der Optimismus gerechtfertigt ist, werden die nächsten Jahre zeigen. Eine Extrapolation der Gewichtskurve lässt vermuten, dass die Teilnehmer nach spätestens 3 Jahren ihr Ausgangsgewicht wieder erreicht haben werden. © rme/aerzteblatt.de

Liebe Leserinnen und Leser,

diesen Artikel können Sie mit dem kostenfreien „Mein-DÄ-Zugang“ lesen.

Sind Sie schon registriert, geben Sie einfach Ihre Zugangsdaten ein.

Oder registrieren Sie sich kostenfrei, um exklusiv diesen Beitrag aufzurufen.

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort


Mit der Registrierung in „Mein-DÄ“ profitieren Sie von folgenden Vorteilen:

Newsletter
Kostenfreie Newsletter mit täglichen Nachrichten aus Medizin und Politik oder aus bestimmten Fachgebieten
cme
Nehmen Sie an der zertifizierten Fortbildung teil
Merkfunktion
Erstellen Sie Merklisten mit Nachrichten, Artikeln und Videos
Kommentarfunktion und Foren
Kommentieren Sie Nachrichten, Artikel und Videos, nehmen Sie an Diskussionen in den Foren teil
Job-Mail
Erhalten Sie zu Ihrer Ärztestellen-Suche passende Jobs per E-Mail.

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #722455
´hajodba@gmx.de
am Freitag, 12. Oktober 2018, 00:06

"Kleine Korrektur"

Natürlich muss es heißten:
"... vor 3 Jahren "10 kg" abgenommen und halte …"
Avatar #722455
´hajodba@gmx.de
am Donnerstag, 11. Oktober 2018, 23:58

"Ich habe auch ohne "Craschdiät" oder "Diätpillen" vor 3 Jahren "10 kg" agneommen und halt mein Gewicht"

Es mag ein "Zufallsprodukt" gewesen sein, aber es als "erfolgreich"
erwiesen, Denn eigentlich wollte ich, ein "über 70-jähriger Diabetiker
Typ 2m der keine Insulin spritzt", lediglich eine "Ergänzung meiner
Antidiabetika" vornehmen. Ich hatte nämlich gelesen, dass zu den
"Nebenwirkungen eines oralen Testosteron-Medikaments" auch die
"Verbesserung der Glucose-Toleranz" gehöre. Also schlug ich dann
meinem Hausarzt vor, einen "Selbstversuch" vorzunehmen. Nachdem
er damit einverstanden war, setzte ich "Anfang 2015" das Vorhaben
um:

1.) Da ich täglich "2x meinen Blutzucker messe", konnte ich
nach etwa 2 Monaten eine "signifikante Verbesserung" beim
mir feststellen. Nach 6 Monaten waren meine "HbA1c-Werte
<7%" und blieben es seitdem .
2.) Innerhalb von 9 Monaten ging mein "Körpergewicht von
105 kg auf 95 kg" zurück. Zuvor wog ich sie miner "Diabetes-
Diagnose" im Jahr 2002, ständig "über 105 kg".
3,). Nach 1 1/2 Jahren verzichtet ich auf "eines meine beiden
Antidiabetika" und erreich dennoch seit "HbA1c-Werte <7%".

Leider haben wir bislang noch "keine plausible Erklärung" für
diese Entwicklung gefunden. Allerdings bin ich bemüht, mich
an dem "Ernährungskonzept LOGI-Methode" zu orientieren,
auch wenn deren Umsetzung für einen "1-Personen-Hauhalt"
nicht ganz einfach ist.

H. Jorgen Barth, Rodalben
Avatar #687320
Nicolai Worm
am Montag, 1. Oktober 2018, 12:25

Falsche Behauptungen

Diese Aussagen ("...Die meisten Diäten haben nur eine vorübergehende Wirkung. Dies gilt insbesondere für Reduktionsdiäten, die auf kalorienarme Mahlzeitenersatzprodukte setzen. Die meisten Teilnehmer sehnen sich schon bald nach dem Tag, an dem sie sich endlich wieder satt essen können, was in der Regel eine sofortige und nicht selten überschießende Gewichtszunahme zur Folge hat...:") am Anfang des Beitrags entsprechen zwar den gängigen Vorurteilen, sind aber durch kontrollierte Studien und Meta-Analysen klar widerlegt! Die Compliance ist eher besser als bei energiereduzierten Mischkost-Diäten und auch die Gewichtsverluste über eine Nachbeobachtung von 1 bis 2 Jahren sind größer! Zum Beispiel https://www.thelancet.com/journals/landia/article/PIIS2213-8587(14)70200-1/fulltext oder https://academic.oup.com/ajcn/article/99/1/14/4577251 oder https://www.nature.com/articles/ijo2016175

Es wäre doch wünschenswert, wenn im DÄB Evidenz mehr Gewichtung findet als plausibel anmutende Vorurteile!
LNS

Nachrichten zum Thema

13. Juni 2019
Boston – Der Verzicht auf Steaks, Hamburger und Salami kann möglicherweise das Leben verlängern. Dies kam in einer Analyse von 2 prospektiven Beobachtungsstudien im Britischen Ärzteblatt (BMJ 2019;
Rotes Fleisch: Steigender Verzehr erhöht Sterberisiko
13. Juni 2019
Research Triangle Park/North Carolina – Frauen, die nachts künstlichen Lichtquellen ausgesetzt waren, nahmen in einer prospektiven Beobachtungsstudie in JAMA Internal Medicine (2019; doi:
Künstliches Licht in der Nacht könnte Adipositasrisiko erhöhen
12. Juni 2019
München – Weltweit wurden bereits diverse Maßnahmen gegen den Konsum zuckerhaltiger Getränke durchgeführt und in Studien evaluiert. Zu den erfolgreichsten Interventionen zählen unter anderem das
Erfolgreiche Maßnahmen gegen den Konsum zuckerhaltiger Getränke
12. Juni 2019
Boston – Bluthochdruck, ein zu hoher Salzkonsum und Transfette sind weltweit verbreitete Gesundheitsrisiken, deren Vermeidung nach Berechnungen in Circulation (2019; doi:
Public-Health-Maßnahmen könnten Millionen vorzeitige Todesfälle verhindern
6. Juni 2019
Leipzig – Die Ge­sund­heits­mi­nis­ter der Länder wollen einen Diskussionsprozess über die Zuckersteuer starten. „Aus unserer Sicht ist die Reduktion von Zucker in Lebensmitteln eine originäre Aufgabe der
Bundesländer streiten über Zuckersteuer
6. Juni 2019
Victoria/Kanada – Der durchschnittliche erwachsene Amerikaner nimmt im Verlauf eines Jahres zwischen 39.000 und 52.000 Plastikpartikel mit der Nahrung auf. Die Exposition steigt auf 74.000 bis 121.000
Mikroplastik: Studie berechnet Aufnahme über Nahrung und Atmung
5. Juni 2019
Berlin – Wegen eines gemeinsamen Videos mit einem führenden Nestlé-Manager ergießt sich über Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) im Internet eine Welle der Kritik. Beim
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER