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Zahl der Totgeburten in Europa höher als gedacht

Dienstag, 2. Oktober 2018

/dpa

Leicester – Die Zahl der Totgeburten in Europa wurde bislang vermutlich um rund ein Drittel unterschätzt, weil viele Statistiken eine Totgeburt erst ab der 28. Schwanger­schafts­woche als solche zählen. Das berichten Wissenschaftler der University of Leicester in der Fachzeitschrift Lancet (2018; doi: 10.1016/S0140-6736(18)31651-9). Die Wertung als Totgeburt erst ab der 28. Woche empfiehlt die Weltgesundheits­organisation WHO.

„Es gibt große und schwerwiegende Wissenslücken in Bezug auf die Belastung durch Totgeburten, die erhebliche unvorhergesehene Auswirkungen auf Familien haben“, sagte die Leiterin der Forschungsgruppe, Lucy Smith. Für eine Mutter oder einen Vater sei eine Totgeburt im zweiten Trimester nicht weniger tragisch als eine Totgeburt in der 28. Woche der Schwangerschaft oder später, betonte sie. 

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Die Autoren verwendeten Daten aus 19 europäischen Ländern zwischen 2004 und 2015, um die Gesamtraten der Totgeburten und die Veränderungen der Raten zwischen 2004 und 2015 nach Schwangerschaftsalter und Land zu berechnen.

Im Jahr 2015 wurden in Europa danach mehr als 9.300 Babys von 2,5 Millionen Geburten tot geboren – rund ein Drittel von ihnen im Zeitraum zwischen 22 und weniger als 28 Schwangerschaftswochen. Im internationalen Vergleich wären sie laut den Autoren nicht als Totgeburten erfasst worden.

Zwischen 2004 und 2015 sank die Totgeburtsrate im Zeitraum zwischen 24 und weniger als 28 Schwangerschaftswochen von fast zehn auf sieben pro 10.000 Geburten.

„Um sicherzustellen, dass das wahre Ausmaß und die wahre Belastung der Totgeburt verstanden wird, und um die routinemäßige Datenerhebung zur Überwachung der Ergebnisse und des Managements extrem frühzeitiger Geburten ab 22 Wochen Schwangerschaft zu verbessern, sollte die Schwelle der WHO für Ländervergleiche mit hohem Einkommen gesenkt werden“, empfiehlt Smith. © hil/aerzteblatt.de

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