NewsPolitikKinderärzte in Niedersachsen sind überlastet
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Kinderärzte in Niedersachsen sind überlastet

Dienstag, 2. Oktober 2018

/dpa

Hannover – Niedersachsens Grüne sehen bei den Kinderärzten im Land eine Versorgungs­lücke und kritisieren zu lange Wege bis zum nächsten Notfalldienst. „Eltern werden von Kinderärzten reihenweise abgewiesen oder müssen in Niedersachsen mehr als 60 Minuten zum nächsten Bereitschaftsdienst fahren“, kritisierte die Abgeordnete Meta Janssen-Kucz (Grüne) als Reaktion auf Antworten des Ge­sund­heits­mi­nis­teriums zu einer Anfrage der Grünen-Landtagsfraktion.

In der Antwort beruft sich das Ministerium auf Zahlen des niedersächsischen Statistik­amtes, wonach die Geburtenzahlen im Land seit dem Jahr 2000 von 79.436 auf 75.215 im Jahr 2016 gesunken sind. Dagegen waren nach Angaben der Kassenärzten Vereinigung (KV) Niedersachsen Ende Februar 508 Kinderärzte im Land tätig – im Jahr 2000 waren es nur 456. Die Landesregierung geht daher in ihrer Antwort von einer „ausreichenden Versorgung“ aus.

Anzeige

Dies entspricht allerdings nicht der Wahrnehmung der KV. „Zurzeit sind die Warte­zimmer überfüllt, der Unmut der Eltern wächst und Kinder- und Jugendärzte arbeiten am Limit“, kritisiert die Ärztevertretung auf Anfrage des Deutschen Ärzteblattes

Für Kinderärzte gibt es in Niedersachsen laut der KV 44 Planungsbereiche. In 42 herrscht eine rechnerische Überversorgung von über 110 Prozent. Diese Landkreise sind für Neuniederlassungen gesperrt. Lediglich im Landkreis Cloppenburg und um Landkreis Nienburg/Weser kann sich jeweils ein Kinderarzt niederlassen.

Von der Bedarfsplanung zur Versorgungsplanung

Die aktuelle Bedarfsplanung, welche die KV rechtlich umsetzen müsse, sei allerdings „ein mathematisches Modell, das nicht die Versorgungsrealität wiederspiegelt“. Die KV spricht sich daher dafür aus, von der klassischen Bedarfsplanung zu einer Versorgungs­planung zu kommen. Bei der Versorgungsplanung müsste der tatsächliche Bedarf an einzelnen Leistungen ermittelt werden.

„Kinder- und Jugendarztpraxen müssen dort sein, wo Eltern sie brauchen, vor allem in den dicht besiedelten Großstadtvierteln oder auch auf dem Land“, fordert die KV. Die Krux sei allerdings, dass es deutlich zu wenig Nachwuchsmediziner gebe, die die Lücken füllen könnten. Parallel zur Veränderung bei der Bedarfsplanung müssten daher deutlich mehr junge Mediziner in Kinderheilkunde ausgebildet werden, so die Forderung der KV. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

20. November 2018
Berlin – Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) schlägt wegen des Personalmangels auf Kinderintensivstationen Alarm. Im Mittel seien derzeit rund 20 Prozent
Fachgesellschaft fordert Notfallplan gegen Personalmangel auf Kinderintensivstationen
20. November 2018
Düsseldorf – Ein neues Onlineangebot mit Informationen zur Niederlassung als Vertragsarzt im Rheinland hat die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Nordrhein vorgestellt. Unter dem Motto „nah – persönlich
Neues Onlineangebot zur Niederlassung im Rheinland
16. November 2018
Trier/Mainz – Der Mangel an Fachärzten und Pflegekräften wird auch in rheinland-pfälzischen Krankenhäusern immer mehr zum Problem. Das bestätigt auch die Lan­des­ärz­te­kam­mer Rheinland-Pfalz: „Er ist
Rheinland-Pfalz: Fachkräftemangel an Krankenhäusern nimmt zu
16. November 2018
London – Die Magnetresonanzspektroskopie, mit der die Konzentration bestimmter Metabolite im Thalamus bestimmt werden kann, hat in einer Kohortenstudie in Lancet Neurology (2018; doi:
Neonatale Enzephalopathie: Magnetresonanzspektroskopie erkennt dauerhafte Hirnschäden frühzeitig
15. November 2018
Hannover – Die von Rot-Schwarz geplante Einrichtung einer Enquete-Kommission (siehe Glossar) zu Fragen der gesundheitlichen Versorgung findet im Landtag eine breite Zustimmung. Vertreter aller
Niedersachsens Landtag spricht sich für Enquete-Kommission zur medizinischen Versorgung aus
15. November 2018
Magdeburg – In Sachsen-Anhalt sind im vergangenen Jahr etwa vier Prozent aller Babys mit einer angeborenen Fehlbildung auf die Welt gekommen. Damit sei ihr Anteil an allen Neugeborenen im Vergleich zu
Vier Prozent der Neugeborenen in Sachsen-Anhalt haben Fehlbildungen
14. November 2018
Berlin/Bremen/Ulm – Rund ein Viertel aller Patienten mit chronisch entzündlichen Darm­er­krank­ungen (CED) wie Morbus Crohn erhalten ihre Diagnose im Kindes- und Jugendalter. „Wir verzeichnen eine
LNS LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

Anzeige
NEWSLETTER