NewsMedizinStudie: „Jo-Jo-Effekt“ auch bei Blutdruck, Cholesterin und Glukose riskant
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Studie: „Jo-Jo-Effekt“ auch bei Blutdruck, Cholesterin und Glukose riskant

Dienstag, 2. Oktober 2018

uebergewicht-adipositas-waage - Win Nondakowit - stockadobecom

Seoul – Nicht nur Schwankungen im Körpergewicht, auch Fluktuationen in Blutdruck, Blutcholesterin und Blutzucker erhöhen bei gesunden Menschen das kardiovaskuläre Erkrankungs- und Sterberisiko. Dies kam in einer Studie in Circulation (2018; doi: 10.1161/CIRCULATIONAHA.118.034978) heraus.

Als „Jo-Jo-Effekt“ wird die unerwünschte Gewichtszunahme nach dem Ende einer Reduktionsdiät bezeichnet. Schwankungen im Körpergewicht können jedoch auch ungewollt auftreten. Sie sind  mit einem erhöhten Risiko auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden, wie bereits 1991 in der Framingham-Studie gezeigt werden konnte, die allerdings wie andere Studien nicht zwischen einer gewollten und ungewollten Gewichtsabnahme unterscheiden konnte.

Anzeige

Dies kann auch das Team um Seung-Hwan Lee von der Katholischen Universität in Seoul nicht, das jetzt die Daten der Nationalen Gesundheitsversicherung analysiert hat, über die alle Südkoreaner krankenversichert sind. Zu den Angeboten gehört ein Gesundheits-Check-up, der allen Koreanern alle 2 Jahre angeboten wird. Dabei werden auch Körpergröße und -gewicht, Blutdruck sowie Cholesterin- und Blutzuckerwerte bestimmt. 

Die Forscher haben die Daten von 6,7 Millionen Koreanern ausgewertet, die zwischen 2005 und 2012 an mindestens 3 Gesundheits-Check-ups teilgenommen hatten. Die Variabilität in den einzelnen Untersuchungsergebnissen wurde dann mit den 54.785 Todesfällen, 22.498 Schlaganfällen und 21.452 Herzinfarkten in Beziehung gesetzt, zu denen es während einer medianen Nachbeobachtungszeit von 5,5 Jahren kam.

Ergebnis: Schwankungen in Body-Mass-Index, systolischem Blutdruck, Cholesterin und Glukose gingen mit einem erhöhten Risiko auf Herzinfarkt, Schlaganfall sowie einen vorzeitigen Tod einher. Die Assoziation bestand für jeden einzelnen der 4 Faktoren und er erhöhte sich, wenn es bei den Patienten zu Schwankungen in mehreren Parametern gekommen war. Die Gruppe mit einer hohen Variabilität in allen 4 Parametern hatte ein um 127 % erhöhtes Sterberisiko (Hazard Ratio 2,27; 95-%-Konfidenzintervall 2,13 bis 2,42). Das Herzinfarktrisiko war um 43 % (Hazard Ratio 1,43; 1,25–1,64) und das Schlaganfallrisiko um 41 % erhöht (Hazard Ratio 1,41; 1,25–1,60).

Dabei war es nicht von Bedeutung, ob sich die Werte verbessert oder verschlechtert hatten. Wie in der Framingham-Studie wurde nicht untersucht, ob die Veränderungen spontan auftraten oder eine Auswirkung der Therapie waren. Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, haben die Ergebnisse letztlich keine Beweiskraft. Sie sind sicherlich kein Grund, erhöhte Werte von Blutdruck, Cholesterin oder Glukose nicht zu therapieren, da der Nutzen durch randomisierte Studien belegt ist. Es kann jedoch sein, dass Veränderungen in der Homöostase körperlicher Funktionen grundsätzlich mit gesundheitlichen Risiken verbunden sind. © rme/aerzteblatt.de

Liebe Leserinnen und Leser,

diesen Artikel können Sie mit dem kostenfreien „Mein-DÄ-Zugang“ lesen.

Sind Sie schon registriert, geben Sie einfach Ihre Zugangsdaten ein.

Oder registrieren Sie sich kostenfrei, um exklusiv diesen Beitrag aufzurufen.

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort


Mit der Registrierung in „Mein-DÄ“ profitieren Sie von folgenden Vorteilen:

Newsletter
Kostenfreie Newsletter mit täglichen Nachrichten aus Medizin und Politik oder aus bestimmten Fachgebieten
cme
Nehmen Sie an der zertifizierten Fortbildung teil
Merkfunktion
Erstellen Sie Merklisten mit Nachrichten, Artikeln und Videos
Kommentarfunktion und Foren
Kommentieren Sie Nachrichten, Artikel und Videos, nehmen Sie an Diskussionen in den Foren teil
Job-Mail
Erhalten Sie zu Ihrer Ärztestellen-Suche passende Jobs per E-Mail.

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

12. Juni 2019
Hamilton/Ontario – Wöchentliche Injektionen des GLP-1-Rezeptor-Agonisten Dulaglutid haben in einer randomisierten Studie die Zahl der Herz-Kreislauf-Ereignisse bei Patienten mit Typ-2-Diabetes gesenkt
Typ-2-Diabetes: Dulaglutid senkt Zahl der Herz-Kreislauf-Erkrankungen und erhält Nierenfunktion
12. Juni 2019
Würzburg/Bamberg/Linz – Das Klischee vom übergewichtigen Computerspielenerd könnte der Realität entsprechen – aber nur im geringen Maß und auch nur bei Erwachsenen und nicht bei Kindern und
Videospielende Kinder und Jugendliche sind nicht dicker
7. Juni 2019
Phoenix/Arizona – Eine strenge Blutzuckereinstellung allein kann Patienten mit Typ-2-Diabetes über das Ende der Behandlung hinaus nicht vor künftigen Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen. Dies kam in
Typ-2-Diabetes: Intensive Blutzuckerkontrolle ohne nachhaltigen Einfluss auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen
7. Juni 2019
Philadelphia – Das unter der Obama-Administration verabschiedete Affordable Care Act (ACA) hat innerhalb weniger Jahre die Häufigkeit von Herz-Kreislauf-Todesfällen von Erwachsenen im erwerbsfähigen
Obamacare senkt kardiovaskuläre Sterblichkeit
5. Juni 2019
Berlin – Die Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Claudia Schmidtke (CDU), will den Kampf gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu einem ihrer Arbeitsschwerpunkte machen. Das wurde heute im
Herz-Kreislauf-Erkrankungen wichtiges Feld für Patientenbeauftragte
3. Juni 2019
Stockton/Kalifornien – Der Konsum von Energydrinks hat in einer randomisierten Studie bei jungen Erwachsenen den Blutdruck erhöht und im EKG das QT-Intervall verlängert. Letzteres könnte laut einem
Energydrinks erhöhen Blutdruck und verlängern QT-Intervall
29. Mai 2019
Göteborg – Schwedische Männer, die bei der Musterung übergewichtig oder fettleibig waren, erkrankten später häufiger an einer Kardiomyopathie. Das kam in einer Kohortenstudie in Circulation (2019;
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER