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Ausland

US-Sanktionen erschweren Iranern Zugang zu lebenswichtigen Medikamenten

Donnerstag, 4. Oktober 2018

Internationaler Gerichtshof: Erlass des Gerichtsbeschlusses am 3. Oktober 2018 /UN Photo, ICJ-CIJ, Frank van Beek

Teheran – Im Streit zwischen den USA und dem Iran um US-Sanktionen hat das oberste UN-Gericht die USA zur Aufhebung aller Beschränkungen für humanitäre Güter verpflichtet. Demnach ist es illegal, die Ausfuhr von Medikamenten, Nahrungsmitteln, Agrarprodukten und Flugzeugteilen zu behindern.

Das Urteil des Internationalen Gerichtshofs ist bindend, doch hat das Haager Tribunal keine Möglichkeit, es durchzusetzen. Es ist daher unwahrscheinlich, dass es unmittelbare Konsequenzen für iranische Patienten haben wird.

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Im Iran werden derzeit viele lebenswichtige Medikamente zur Behandlung von etwa Krebs, Herzbeschwerden und Multipler Sklerose knapp. Selbst einfache Betäubungs­mittel für Operationen sind rar geworden. Verstärkt werden die Probleme noch durch den dramatischen Verfall der iranischen Währung, der den Import von Medikamenten und der zu ihrer Herstellung benötigen Rohstoffe verteuert.

Laut der iranischen Pharmaindustrie produziert der Iran zwar 96 Prozent der benötigten Medikamente selbst, ist jedoch zu ihrer Herstellung auf Rohstoffe aus dem Ausland angewiesen. Zudem sind einheimische Medikamente oft weniger wirksam als entsprechende ausländische Produkte. „Die hiesige Version ist billiger, aber nicht so effektiv“, sagt ein Apotheker in Teheran. „Wenn die Sanktionen andauern, wird es noch schlimmer.“

Zwar gibt es offiziell keine Beschränkung für den Handel mit Medikamenten. Wie der Chirurg Hamid-Resa Wafaji sagt, ist es aber für den Iran wegen der Finanzsanktionen de facto unmöglich, von ausländischen Pharmafirmen Medikamente zu kaufen.

Die iranische Regierung gibt die Engpässe bei Medikamenten zu. Laut dem Abgeordneten Mohammed-Naim Aminifard, Mitglied im Gesundheitsausschuss des Parlaments, sind im Iran mittlerweile 80 Pharmaprodukte knapp. In den sozialen Medien machen die Iraner neben den US-Sanktionen auch die Misswirtschaft der eigenen Regierung und die Politik der Pharmafirmen für die Engpässe und die steigenden Preise verantwortlich. © afp/aerzteblatt.de

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