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Heidelberg etabliert CAR-T-Zell-Therapie bei Leukämien und Lymphomen

Donnerstag, 4. Oktober 2018

/dpa

Heidelberg – Die Klinik für Hämatologie, Onkologie und Rheumatologie des Universitätsklinikums Heidelberg setzt bei speziellen Formen der Leukämie und Lymphomen nun auch auf das neue immuntherapeutische Verfahren CAR-T-Zell-Therapie.

„Die CAR-T-Technologie stellt ein neuartiges und hocheffektives Therapieverfahren dar, bei dem körpereigene Abwehrzellen außerhalb des Körpers gentechnisch so verändert werden, dass sie in der Lage sind, Tumorzellen gezielt zu erkennen und zu beseitigen“, erläuterte Peter Dreger, Leiter der Stammzell­transplantations­einheit am Universitätsklinikum Heidelberg.

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Die Zulassung der Präparate beschränkt sich momentan auf das diffus-großzellige B-Zell-Lymphom (DLBCL) und – nur bei Patienten unter 25 Jahren – auf die akute lymphatische Leukämie (ALL), wenn die Standardtherapieverfahren versagt haben.

Bei der Zertifizierung für die Anwendung dieser neuen, innovativen Krebstherapien muss ein Krankenhaus gegenüber Vertretern der herstellenden Firmen nachweisen, dass es Auflagen der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) zum Einsatz der sehr teuren und hochempfindlichen Wirkstoffe erfüllt.

Dabei soll beispielsweise sichergestellt werden, dass die Einrichtung über ausreichend Erfahrung mit der Transplantation von Zellpräparaten verfügt und speziell geschultes Personal sowie die notwendigen intensivmedizinischen Rahmenbedingungen vorhält, um die Therapie durchführen zu können.

CAR-T-Zelltherapie: Neuland: Wie man „lebende“ Arzneimittel bewertet

Die erste Immuntherapie, die sich genmanipulierter menschlicher T-Zellen bedient, ist nun in Europa verfügbar. Die innovative CAR-T-Zelltherapie stellte eine Herausforderung an die wissenschaftliche Bewertung der klinischen Studiendaten und die Nutzen-Risiko-Bewertung dar. 

Bei der CAR-T-Zell-Therapie werden zunächst Zellen der Immunabwehr (T-Zellen) aus dem Blut des Patienten gewonnen. Diese werden dann im Labor gentechnisch so verändert, dass sie auf ihrer Oberfläche CAR-Moleküle bilden, die gegen krebsspezifische Oberflächenproteine gerichtet sind. Die so veränderten CAR-T-Zellen werden wieder dem Patienten zurückgegeben, wo sie sich idealerweise vermehren und zu einer heftigen und lang anhaltenden Immunreaktion gegen den Krebs führen.

„Wir gehen davon aus, dass wir in Zukunft eine Reihe weiterer Krebserkrankungen des Immunsystems auf diese Weise behandeln können“, sagte Michael Schmitt, von der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Rheumatologie. © hil/aerzteblatt.de

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