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Politik

Erhöhte PFC-Werte im Blut

Freitag, 5. Oktober 2018

/angellodeco, stockadobecom

Stuttgart – Nach dem Skandal um mit PFC verseuchte Ackerflächen im Badischen sind in Blutproben von Anwohnern höhere Werte der Chemikalie nachgewiesen worden, die über das Trinkwasser in Kontakt mit dem Stoff kamen. Dies teilte Baden-Württembergs Ge­sund­heits­mi­nis­ter Manne Lucha (Grüne) heute in Stuttgart mit.

Personen, die Gemüse und Obst aus den betroffenen Gebieten verzehrten, wiesen hingegen kaum höhere Werte auf, als Menschen außerhalb der belasteten Gebiete. Insgesamt lägen die Werte aber nicht über denen von vergleichbaren PFC-Schadensfällen in anderen Bundesländern. Die Langzeitfolgen sind noch unklar.

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Für die Erhebung wurde das Blut von 348 Personen aus dem Raum Rastatt von einem unabhängigen Labor untersucht. Nun wurden erste Ergebnisse veröffentlicht. Auf Ackerland in den Kreisen Rastatt und Baden-Baden sowie bei Mannheim war die Chemikalie PFC nachgewiesen worden. Die künstlich hergestellten Substanzen stehen im Verdacht, die Gesundheit zu gefährden. In der Umwelt können sie kaum abgebaut werden.

Die Teilnehmer der Untersuchung wurden in unterschiedliche Gruppen eingeteilt. Die erste Gruppe nahm einst entsprechend belastetes Trinkwasser zu sich. Die zweite Gruppe hatte Obst- und Gemüse von verseuchten Grundstücken gegessen. Die dritte Gruppe sei nicht durch Trinkwasser oder Obst und Gemüse von betroffenen Flächen belastet gewesen.

Die Bürgerinitiative „Sauberes Wasser für Kuppenheim“ hatte in der Vergangenheit selbst Blut untersuchen lassen. Mit den nun veröffentlichten Ergebnissen sei bewiesen, dass der Stoff länger im Blut bleibe, wenn die Belastung zurückgehe, sagte der erste Vorsitzende, Ulrich Schumann. „Wir wissen noch nicht genau was für Folgen das hat.“

In den Jahren 2020 und 2023 sollen laut Ministerium erneut Blutuntersuchungen gemacht werden, um zu klären, wie sich die Belastung über die Jahre hinweg entwickelt. Die komplette Auswertung der Studie soll im Dezember vorliegen.

BUND-Regionalgeschäftsführer Hartmut Weinrebe wies darauf hin, dass ein großer Teil der Blutproben oberhalb des Grenzwerts liegt. Der vom Bundesumweltamt festgelegte Wert liegt bei zwei Mikrogramm pro Liter.

Das Ge­sund­heits­mi­nis­terium warnte jedoch vor Panikmache. Eine Überschreitung des Wertes bedeute jedoch nicht zwingend, dass eine konkrete Gesundheitsgefahr zu befürchten sei, teilte das Ministerium weiter mit. Hierzu wäre ein weiterer Wert notwendig, der die Schwelle zur Gesundheitsgefährdung markiere. Dieser existiert aufgrund fehlender Daten bislang noch nicht. Deshalb forderte der Grünen-Politiker Lucha zugleich, dass bundesweite Messungen zum Thema PFC zusammengeführt werden.

Lucha sagte, die Werte seien Anlass, die Maßnahmen insbesondere bei der Trinkwasserversorgung beizubehalten. So wurden Brunnen stillgelegt, bei denen der vom Umweltbundesamt empfohlene Wert nicht eingehalten werden kann. Dadurch lagen die Gehalte im Trinkwasser der öffentlichen Wasserversorgung bereits deutlich unterhalb der Grenzwerte. © dpa/aerzteblatt.de

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