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Medizin

Antineuronale Antikörper sind ein Zeichen für autoimmune Enzephalitis

Mittwoch, 10. Oktober 2018

 Alter Mann hält seine Hände am Kopf. /bilderstoeckchen, stock.adobe.com
Autoimmune Enzephalitiden können sich durch psychiatrische Symptome, Bewusstseinsstörungen, epileptische Anfälle und Gedächtnisstörungen zeigen. /bilderstoeckchen, stock.adobe.com

Lübeck – Seltene autoimmune Enzephalitiden wurde erst vor wenigen Jahren beschrieben. Bei betroffenen Patienten können psychotische Symptome, Bewusstseins- und Gedächtnisstörungen oder epileptische Anfälle auftreten. Diese werden jedoch häufig fehldiagnostiziert und als Delir, Enzephalopathie oder Demenz eingeordnet.

Für Deutschland wird eine Inzidenz autoimmuner Enzephalitiden von 8–15 Patienten/1 000 000/Jahr geschätzt.

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Die Autoren einer Übersichtsarbeit im Deutschen Ärzteblatt empfehlen einen Antikörpertest im Serum und Liquor (Dtsch Arztebl Int 2018; 115(40): 666-73). Antikörper gegen neuronale Zielantigene wie beispielsweise Glutamatrezeptoren könnten autoimmune Enzephalitiden mit einer kumulativen Sensitivität von etwa 60 bis 80 % nachweisen.

Dieser antineuronale Antikörpertest sollte insbesondere bei Patienten mit entzündlichen Veränderungen in der Magnetresonanztomografie (MRT) oder Liquor und nicht erklärbaren, erstmaligen epileptischen Anfällen oder Status epilepticus erfolgen.

Antigen-Differenzierung deutet auf Tumore hin

Je nachdem, welche Antigene die Ärzte finden, lässt sich daraus auch eine mögliche Tumorassoziation ableiten. Der Nachweis von NMDA-Rezeptoren (GluN1) geht bei 25-50 % der Frauen beispielsweise einher mit Ovarialteratomen. Der Nachweis von GABA(B1)-Rezeptoren birgt ein Risiko von 50 % für ein kleinzelliges Bronchialkarzinom. © gie/aerzteblatt.de

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